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Das zeigt eine Studie von Biologen der Universität Bonn. Sie haben dafür bei mehr als 200 Brutpaaren und ihren Nachkommen genetische Fingerabdrücke abgenommen. So konnten sie bei 90 Prozent der Nestlinge den leiblichen Vater identifizieren.
Besonders erfolgreich beim Seitensprung waren demzufolge ältere Tannenmeisen-Männchen: Sie zeugten erheblich mehr "Kuckuckskinder" als ihre jüngeren Geschlechtsgenossen. Die Ergebnisse sind nun in der Zeitschrift Behavioral Ecology online erschienen (doi: 10.1093/beheco/arm082).
Der Bonner Evolutionsbiologe Dr. Tim Schmoll hat mit seinem Kollegen Professor Dr. Thomas Lubjuhn untersucht, wie häufig Tannenmeisen fremdgehen: "Bei den Erstbruten im Mai ist knapp jeder dritte Nestling Resultat eines Seitensprungs, bei den Zweitbruten im Juni gar jeder zweite", sagt Schmoll. "Mit den Zweitbruten zählen Tannenmeisen damit weltweit zu den Top 10 unter den 'Fremdgängern'!"
Älteren Männchen gelingt es dabei erheblich häufiger als "Grünschnäbeln", ihren Rivalen ein "Kuckuckskind" unterzuschieben: In ihrem ersten Brutjahr zeugen männliche Tannenmeisen im Mittel nur 0,3 "außereheliche" Nachkommen. In den darauf folgenden Jahren bringen sie es im Schnitt pro Brutsaison auf knapp zwei Jungvögel in fremden Nestern. Darüber vernachlässigen sie aber nicht etwa das eigene Weibchen, denn an ihrem "regulären" Zeugungserfolg ändert das Wildern in fremden Revieren nichts.
Ältere Männchen haben lange überlebt; sie sollten daher über gute Erbanlagen verfügen. Vielleicht sind ihre Gene deshalb besonders begehrt. Die Forscher vermuten, dass auch die Erfahrung des Männchens eine große Rolle spielt. So könnten sich erfahrene Tannenmeisen-Männer bei der Brutpflege rationeller verhalten. Beim ersten Nachwuchs haben sie dagegen noch alle Flügel voll zu tun, da bleibt fürs "Fremdgehen" vielleicht einfach keine Zeit.
Dr. Tim Schmoll | Quelle: presseportal
Weitere Informationen: www.evolution.uni-bonn.de
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