Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft
Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Home Fachgebiete Biowissenschaften Chemie Nachricht

Bioinformatiker analysieren Kommunikation zwischen Proteinen

nächste Meldung
04.04.2007

Biotechnogisches Zentrum der TU Dresden benötigt enorme Rechenleistung

Anzeige

Seit der Inbetriebnahme des neuen Hochleistungsrechners an der TU Dresden kann sich Michael Schroeder, Professor für Bioinformatik am Biotechnologischen Zentrum der Technischen Universität Dresden, ganz neuartigen Forschungsfeldern widmen. Der Hochleistungsrechner ermöglicht Projekte im Bereich der Bioinformatik, an die bisher nicht zu denken war.


Die Arbeitsgruppe von Professor Schroeder befasst sich mit der Analyse der Kommunikation zwischen Proteinen (Eiweißen). "Obgleich viele Proteine bekannt sind, ergibt sich ein tieferes Verständnis erst unter Berücksichtigung des Zusammenwirkens der Proteine", so Schroeder. Zur Analyse der Kommunikation zwischen den Eiweißen extrahieren die Wissenschaftler einerseits dazu bekannte Interaktionen aus 16 Millionen wissenschaftlichen Artikeln, andererseits sagen sie neue Interaktionen basierend auf den 3-D-Strukturen von Eiweißen vorher. Für ihre Arbeit hat die Gruppe zwei Datenbanken entwickelt:

www.SCOPPI.org ermöglicht es, einzelne Proteine und ihre Interaktionspartner mit ihren Oberflächen zu studieren und die Entwicklung der Suchmaschine

www.gopubmed.org für biomedizinische Literatur führte sogar zur Ausgründung der Transinsight GmbH.

Für ihre Forschung benötigt die Arbeitsgruppe eine riesengroße Rechnerleistung mit hunderttausenden von Prozessor-Stunden. Ein Beispiel dafür ist die Vorhersage für die Struktur eines Eiweißes. "Die Natur faltet ein Protein spontan zusammen. Im Rechner müssen dazu alle Möglichkeiten getestet werden. Damit ist die Strukturvorhersage für ein Protein ein ungelöstes und sehr rechenintensives Problem. So dauert das Falten eines Proteins mit 70 Aminosäuren eine halbe Stunde auf 50 herkömmlichen PCs", erklärt Prof. Schroeder. Der neue Hochleistungsrechner der TU Dresden kann nun die Strukturvorhersage für ein Eiweiß wesentlich beschleunigen und somit einige Vorhersagen überhaupt erst ermöglichen.

Ein zweites Beispiel ist die semantische Analyse für die 16 Millionen wissenschaftlichen Artikel, welche die Biomedizin gegenwärtig umfasst. Diese würden auf einem herkömmlichen Rechner etwa 30 Jahre dauern. Mit dem neuen Hochleistungsrechner kann man diese Artikel um ein Vielfaches schneller analysieren und kommt dem Ziel relevanter Suchergebnisse ein Stück näher.

Die Forschung der Arbeitsgruppe von Prof. Schroeder ist unentbehrlich, da neue Technologien in der Biomedizin enorme Datenmengen produzieren. Schroeder sagt: "Die biomedizinische Literatur wächst pro Tag um über 2.000 Artikel. Unsere Datenbanken helfen zum Beispiel den Forschern des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und der Firma RESprotect GmbH, die Wirkstoffe gegen Krebs entwickeln, bei der Analyse der anfallenden Daten."

Schroeder ist seit 2003 Professor für Bioinformatik am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden und am Institut für Künstliche Intelligenz der Fakultät Informatik. Das Biotechnologische Zentrum der TU Dresden (BIOTEC) ist ein interdisziplinäres und internationales Forschungszentrum, dessen Schwerpunkt in Forschung und Lehre in molekularer Bioengingenieurwissenschaft liegt.

Weitere Informationen: Katrin Bergmann, Pressesprecherin CRTD/ BIOTEC, Tel. 0351 463-40347, E-Mail: katrin.bergmann@crt-dresden.de, www.biotec.tu-dresden.de

Prof. Dr. Michael Schroeder, Tel. 0351 463-40060, E-Mail: michael.schroeder@biotec.tu-dresden.de

Katrin Bergmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.SCOPPI.org
www.gopubmed.org
www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: Bioinformatik Eiweiß Hochleistungsrechner Protein

nächste Meldung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ursachen für erfolgreiche Anpassung von HIV-1 an Menschen
19.11.2009 | Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg (HPI)

nachricht Enzym aus Algen bildet den Kraftstoff von morgen: Entdeckung ebnet den Weg für optimierte Hydrogenasen
19.11.2009 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie >>>

Anzeige

B2B Suche

Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

Aktuell

Wilde Spekulationen um Mondwasser-Bildung

19.11.2009 | Physik Astronomie

Schmerztherapie mit Neuromodulation

19.11.2009 | Medizin Gesundheit

Baffling boxy bulge

19.11.2009 | Physik Astronomie

VideoLinks

Veranstaltungen

Hersteller und Anwender diskutieren Traktorentechnik

19.11.2009 | Veranstaltungsnachrichten

Was halten unsere Straßen aus?

19.11.2009 | Veranstaltungsnachrichten

Die Nährstofflast in Gewässern berechnen: Erste MONERIS-Anwendertagung

19.11.2009 | Veranstaltungsnachrichten

Live-Mitschnitte, Interviews und Hintergründe von den Meinungs-
führern aus Politik und Wirtschaft jetzt auf www.euroforum.tv