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Bei der Suche nach neuen Medikamenten nehmen Forscher verstärkt Bakterien aus dem Erdboden ins Visier: Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und das Pharmaunternehmen Bayer Schering Pharma AG wollen jetzt gemeinsam Substanzen untersuchen, die aus Myxobakterien stammen, und sie auf ihre tumorhemmende Wirkung testen.
Die im Boden lebenden Myxobakterien wurden in den zurückliegenden 30 Jahren am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das damals noch „GBF“ hieß (kurz für: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung), systematisch kultiviert und untersucht. Über Jahrzehnte hinweg erforschte das Team um den Chemiker Gerhard Höfle und den Mikrobiologen Hans Reichenbach am Braunschweiger Institut die zahlreichen Stoffwechselprodukte der Bakterien. „Viele dieser Verbindungen, die die Myxobakterien in ihre Umgebung absondern, haben eine interessante biologische Wirkung,“, erklärt Dr. Ronald Frank, Leiter der Arbeitsgruppe „Chemische Biologie“ am Helmholtz-Zentrum. „Aber wir kennen sie bislang nur bei einigen dieser Moleküle.“
Das soll sich ändern: Die von Myxobakterien gebildeten Substanzen werden jetzt auf neuartige Antitumor-Aktivitäten und damit auf ihre Eignung als Krebsmedikamente untersucht. Was das Experten-Team aus Grundlagenforschung und Pharma-Industrie hoffen lässt: Schon einmal konnte ein aussichtsreiches potentielles Medikament aus Myxobakterien isoliert werden. Die Verbindung namens Epothilon hemmt das Wachstum von Krebszellen und befindet sich derzeit in der klinischen Prüfung.
Der Kooperations-Vertrag zwischen den beteiligten Partnern wurde vom Patent- und Lizenzmanagement-Unternehmen Ascenion ausgehandelt, das mehrere führende Forschungseinrichtungen in Deutschland bei der Verwertung geistigen Eigentums vertritt.
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit -
Inhoffenstraße 7
D - 38124 Braunschweig
Tel +49 (0) 531.6181-1402
Fax +49 (0) 531.6181-1499
Quelle: Helmholtz Infektionsforschung
Weitere Informationen: www.helmholtz-hzi.de
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