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Der Deutsche Wissenschaftler Roland Hilgartner vom Deutschen Primatenforschungszentrum in Göttingen hat erstmals Nachtfalter entdeckt, die sich an schlafende Vögel heranmachen, um deren Tränen zu trinken. Dem Forscher ist es gemeinsam mit seiner Kollegin Mamisolo Raoilison von der Universität Antananarivo gelungen, dieses Phänomen auch fotografisch festzuhalten, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .
Falter, die sich von Tränen anderer Tiere ernähren, sind aus Afrika und Südamerika bekannt. Die meisten dieser Insekten bedienen sich allerdings an großen Säugetieren wie Antilopen oder auch an Krokodilen, die sie nicht so leicht abschütteln können. Auf der Insel Madagaskar gibt es aber keine großen Säugetiere, sondern nur Lemuren und Mungos, die mit ihren Tatzen solche Insekten gezielt vertreiben könnten. Da aber Vögel vor solchen Faltern fliehen können, schlagen diese in der Nacht zu. Dabei haben die Forscher beobachtet, wie geschickt die Nachtfalter agieren, um an die Tränenflüssigkeit der Vögel zu gelangen.
Der Rüssel der Falter ist jedenfalls anders geformt als der ihrer Artgenossen: Statt der geradlinigen strohhalmähnlichen Öffnung an der Spitze, sieht der Rüssel der "Tränentrinker" eher aus wie eine antike Harpune mit Widerhaken und Stacheln, berichtet Hilgartner. Dieser Rüssel kann einfach unter die Augenlider des Wirts gefahren werden, wo er quasi einhakt, ohne aber den Vogel zu wecken. Unklar ist den Forschern dabei, wie es die Falter schaffen, die Vögel dabei nicht aufzuschrecken. Sie glauben, dass die Insekten möglicherweise ein Anästhetikum ausscheiden, das die Wahrnehmung hemmt.
Unklar ist außerdem, ob es sich bei den madagassischen Tränentrinkern auch ausschließlich um Männchen handelt - wie dies bei den anderen Artverwandten der Insekten der Fall ist. Die Nachtfalter sind in erster Linie während der Regenzeit aktiv. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Insekten es auf das Salz und auch auf das Natrium der Tränenflüssigkeit abgesehen haben.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.rolandhilgartner.com
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