Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Die chemische Analyse der kostbaren europäischen Gobelins

08.08.2006
Im Rahmen des MODHT-Projekts wurden an der Universität Edinburgh verschiedene Verfahren der chemischen Analyse angewendet, um Licht in die Geschichte der historischen Gobelins Europas zu bringen. Die Ergebnisse tragen dazu bei, dass diese kostbaren Gegenstände besser konserviert werden können.

Anzeige

Gobelins stellen für Europa ein reiches kulturelles Erbe dar. Deren Konservierung für künftige Generationen ist eine Herausforderung, da sich die Gewebe mit der Zeit zersetzen. Deshalb kamen im Rahmen des EESD-Programms Museumsdirektoren, Konservierungsexperten und Wissenschaftler zusammen, um dieses Problem anzugehen.


...mehr zu:
Gobelins ICP-MS ICP-OES Plasma Spectrometry

Chemiker der Universität Edinburgh in Schottland bewerteten die Effizienz mehrerer verschiedener mikroskopischer Analyseverfahren. Die induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie (ICP-MS - Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry) und die optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES - Inductively Coupled Plasma Optical Emission Spectrometry) erwiesen sich als am besten zur Identifizierung von Metallen (Al, Fe, Cu, Cr, Pb usw.) in den Gobelins geeignet.

Die Bestimmung des Metallgehalts liefert Hinweise darauf, welche Farbbeizen die Schöpfer der Gobelins in alten Zeiten verwendet haben. So zeigt beispielsweise das Vorhandensein eines speziellen Eisenions an, ob Alaun als Färbemittel verwendet wurde.

Einige Schwierigkeiten müssen noch überwunden werden. Dazu zählt die Interferenz von Arsen mit der ICP-MS, die eine genaue Messung des Eisens verhindert. Eisen kann mittels ICP-OES ermittelt werden; dafür werden jedoch große Proben benötigt, was dieses Verfahren für historische Gobelins untauglich macht. Vorsicht ist auch geboten, um verfälschte Ergebnisse durch Staub und Schmutz zu vermeiden.

Zusätzliche Arbeiten der Gruppe an der Universität Edinburgh bezogen sich auf die Anwendung der Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie (LC-MS - Liquid Chromatography-fed Mass Spectrometry) zur Messung der organischen Bestandteile. Für einige organische Farbquellen wie Fustikholz lieferten die Ergebnisse Aufschluss, bei anderen (z.B. Färberscharte) nicht. Die Analyse wurde durch die Einführung der Elektrospray-Ionisierung von negativen Ionen sowie durch Überfüllungs- und Fragmentierungsverfahren verbessert. Wie bei ICP-MS und ICP-OES wurden individuelle Arten als Kennzeichnung für spezielle Farbstoffe genutzt.

Diese Verfahren werden angewendet, um betreffs des Umgangs mit historischen Gobelins Entscheidungen zu Lagerung, Restaurierung und Transport zu treffen.

Dr. Alison Hulme | Quelle: Cordis Technologie-Marktplatz
Weitere Informationen: www.ed.ac.uk

Weitere Berichte zu: Gobelins ICP-MS ICP-OES Plasma Spectrometry

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert
08.02.2012 | Max-Planck-Institut für medizinische Forschung

nachricht Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms
08.02.2012 | New York University

Alle Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Im Focus: Bronze-Matrjoschka: hocheffiziente Katalysatoren und Nanoröhrchen mit ungewöhnlicher Symmetrie


Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.

Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.

In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Zwerggalaxie hat großen Hunger

08.02.2012 | Physik Astronomie

Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Bauwerke gebrauchstauglich halten

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp