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Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Behandlung von Diabetes ist der in Toronto ansässigen Generex Biotechnology Corp. möglicherweise ein Husarenstück geglückt. Die Einnahme des Medikaments soll künftig über einen kleinen Inhalator, ähnlich dem wie er bei Asthma-Patienten eingesetzt wird, erfolgen.
An das alltägliche Ritual hat sich Werner Müller längst gewöhnt: Vor und nach jeder Mahlzeit besprüht der Bankangestellte seine Mundhöhle mit einem Zerstäuber, genau so wie das einige seiner Kollegen einfach wegen des besseren Atems tun. Doch Herr Müller hat weniger die Kunden als vielmehr seine eigene Gesundheit im Visier, denn er ist seit vielen Jahren Diabetiker. Dass er nicht mehr wie früher täglich zur Spritze greifen muss, hat seine Lebensqualität deutlich verbessert.
Noch enthält das Szenario ein paar Takte Zukunftsmusik. „Es wird aber nicht mehr lange dauern“, versichert Anna E. Gluskin, Geschäftsführerin der Generex Biotechnology Corporation. Ihre Zuversicht schöpft sie aus einer Innovation, Oral-lynTM genannt. „Dahinter verbirgt sich Insulin-Aerosol, welches sich ebenso einfach wie sicher in die Mundhöhle zerstäuben lässt“, erläutert sie. Der zweite Teil der Innovation betrifft den als RapidMistTM bezeichneten Zerstäuber. Dieser gestattet eine rasche Insulinaufnahme über die Mundschleimhaut, wobei die Tröpfchengröße nach Angaben des Unternehmens so eingestellt ist, dass das Insulin nicht in die Lunge gelangt.
Hoher Diabetikeranteil in der indianischen Bevölkerung
Klinische Studien zur oralen Behandlung von Diabetes Typ 1 und 2 mittels Oral-lynTM befinden sich in Nordamerika und in einigen europäischen Ländern gegenwärtig in der Phase II b. In einigen lateinamerikanischen Ländern sind die Studien bereits weitgehend abgeschlossen, so dass die Erstzulassung in Ecuador bereits Ende dieses Jahres erfolgen soll. Andere „Andenstaaten“ wie Bolivien, Kolumbien, Peru und Venezuela sollen Anfang 2006 folgen. Generex hat sich im ersten Schritt auf diese Länder konzentriert, weil die Zunahme der Neuerkrankungen insbesondere beim Diabetes Typ 2 innerhalb der indianischen Bevölkerung aufgrund einer genetischen Disposition besonders dramatisch ist.
In der Produkt-Pipeline des Unternehmens befinden sich noch weitere „orale Innovationen“. Dazu gehören klinische Untersuchungen (Phase I) zur verbesserten Schmerztherapie auf der Basis von Morphin oder Fentanyl für Tumorpatienten oder die Verabreichung von niedermolekularem Heparin zur Behandlung tiefer Beinvenenthrombosen. Andere Studien über eine Reihe von potenziellen Impfstoffen wie beispielsweise Melanom-Vaccin befinden sich noch im vorklinischen Stadium.
Forschungsfreundliches Klima in Ontario
Generell profitieren Unternehmen wie Generex von dem forschungsfreundlichen Klima Ontarios. So werden Steueranreize zur Durchführung wissenschaftlicher Forschung und experimenteller Entwicklung (SR&ED) in Kanada sowohl auf Bundes- als auch auf Provinzebene angeboten. Diese Steuervorteile führen zu beträchtlichen Einsparungen sowohl auf Grund ihrer prozentualen Höhe als auch dank der breiten Palette an Aktivitäten, die als Forschung und Entwicklung anerkannt werden.
So kann die SR&ED-Steuergutschrift auf Bundesebene die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um bis zu 20% senken. Zusätzliche, von der Provinz Ontario angeboten Steuervorteilen führen dann dazu, dass Ausgaben in Höhe von 100 Dollar auf 40,24 Dollar – oder sogar noch weniger – reduziert werden können.
Rolf Froböse | Quelle: Rolf Froböse
Weitere Informationen: www.generex.com
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