Die Großproduktion von Antikörpern und anderen Immuntherapeutika erfordert sowohl erhebliche technologische als auch finanzielle Investitionen und stellt für die Produzenten eine große Herausforderung dar. Die Idee, Pflanzen für die Herstellung dieser Moleküle einzusetzen, gibt es bereits seit einigen Jahren. Im Rahmen des Plantibody-Therapieprojektes ging diese Möglichkeit ein Stück weit mehr in Erfüllung.
Im Rahmen des Projektes wurde sich besonders auf die Entwicklung von Antikörpern und Kleinen Immunproteinen (Small Immune Proteins – SIPs) gegen spezielle Viren konzentriert, welche die Magen-Darm-Schleimhaut von Mensch und Tier befallen. Im nächsten Schritt wurde das Potenzial zur Herstellung dieser Proteine in transfizierten Pflanzen geprüft.
Das britische Forschungsteam hat eine auf CPM-Viren basierende Transgen-/Viruskonstruktion entwickelt und zur Infizierung von Pflanzen der Nicotiana benthamiana Familie eingesetzt. Die Ergebnisse zeigten, dass das transfizierte Material erfolgreich an die Nachkommen für eine Vielzahl von Generationen übertragen werden konnte. Auch die Großproduktion dieses Eiweißmaterials war möglich.
Die Forscher haben Augenbohnenpflanzen mit den antiviralen SIP-Genen geimpft, die auf speziellen DNA-Konstruktionen transportiert wurden. Das Expressionsniveau wurde bis auf 1% des löslichen Proteins geschätzt, was sehr viel versprechend war. Weiterhin haben Untersuchungen an Ferkeln gezeigt, dass die SIPs der Pflanzen vor einer Infektion mit TGEV schützen können.
Die Herstellung von Immuntherapeutika in Pflanzen kann somit eine praktische Lösung für die nahe Zukunft sein. Dies kann die hochqualitative Produktion von Eiweißmaterial in einer sowohl sicheren als auch kostengünstigen Umgebung ermöglichen und zu einer neuen hochtechnologischen Generation von kostengünstigen pharmazeutischen Produkten führen.




