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Männlicher Krake: Sex als Transvestit

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20.01.2005

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Männliche australische Riesensepien (Sepia apama) greifen im Spiel um eine Sexpartnerin zu einer geeigneten Waffe: Sie geben sich einfach auch als Weibchen aus und stechen so ihre zum Teil wesentlich imposanteren Rivalen aus, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.


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Der Run auf das weibliche Geschlecht ist unter den Kopffüßern deswegen so groß, weil im Durchschnitt auf ein Weibchen insgesamt vier Männchen kommen, vereinzelt kann dieses Verhältnis sogar auf eins zu elf ansteigen. Während der Paarung treten Millionen von Tintenfischen auf einmal auf. Nach Untersuchungen des Meeresbiologen Roger Hanlon vom Marine Resources Center/Woods Hole Marine Biology Laboratory in Massachusetts zählen die größten männlichen Sepien zu den Favoriten unter den Weibchen. Aber fast ein Drittel der erfolgreichen Sepien sind kleiner und haben die Gunst der Weibchen durch Täuschung erlangt: Sie entgehen den großen männlichen Rivalen, in dem sie sich auch während der Beutejagd bei den Weibchen aufhalten, ihren männlichen Arm "verstecken" und sich auch farblich den Weibchen anpassen.

Den Forschern war seit längerem bekannt, dass Kopffüßer über immense Fähigkeiten bei der farblichen Anpassung an ihre Umgebung verfügen. Verschiedene Täuschungsmanöver konnten Wissenschaftler schon vorher beobachten. Es ist aber noch nie zuvor gelungen, zu beweisen, dass diese Taktik auch tatsächlich zum Erfolg führt. Das Forscherteam um Hanlon konnte vor der südaustralischen Küste, im nördlichen Spencer Golf, während der Paarungszeit die Bebachtung machen, dass bei 30 von 62 Versuchen diese Täuschung tatsächlich zum Erfolg geführt hat. Anhand von DNA-Fingerprinting ist ihnen dieser Beweis schlüssig gelungen. Faszinierend daran sei auch, dass die Anpassung des Männchens an das weibliche Tier extrem kurz dauert: Die Sepien konnten in 15 Minuten zehn Mal zwischen den verschiedenen Rollen wechseln.

Die Wissenschaftler wollen damit den genetischen Beweis erbringen, dass sexuelle Mimikry zu sofortigem Erfolg bei der Paarung führt. Ein solches Verhalten ist in der Tierwelt nicht unbekannt, so haben etwa der Blaue Sonnenbarsch (Lepomis macrochirus) und die Rotseitige Strumpfbandnatter (Thamniphis sirtalis parietalis) ähnliche Tricks auf Lager. In der Geschwindigkeit bleiben die Sepien allerdings Klassenbeste.

Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.nature.com

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