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Wer Forschung hautnah erleben will, ist im Internet-Portal www.biosicherheit.de genau richtig. Hier geht es um Sicherheitsforschung zu Grüner Gentechnik.
Das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderte Portal bietet neben tagesaktuellen Meldungen detaillierte Informationen zu Sachfragen im Zusammenhang mit transgenem Mais, Raps, Gehölzen und anderen Pflanzen. Seinen besonderen Reiz bekommt das Angebot aber durch die Beschreibungen einzelner Forschungsprojekte, in denen Wissenschaftler untersuchen, wie sich gentechnisch veränderte Pflanzen in der Natur verhalten. Wie ist es zum Beispiel mit dem Pollen von transgenem Mais?
In einer spannenden Reportage kann der User die Biologin Sara Meier-Bethke auf die Felder der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in der Nähe von Braunschweig begleiten. Sie geht dort der Frage nach, wie weit der Pollen von Maispflanzen vom Wind verfrachtet wird. Der praktische Hintergrund: Wie weit müssen konventionelle und transgene Maisfelder voneinander entfernt sein, damit es zu keinen nennenswerten Auskreuzungen kommt? Erste Versuche hatten ergeben, dass die Auskreuzung auf herkömmliche Maissorten in einer Entfernung von zehn Metern vom transgenen Maisfeld im Mittel unter dem in der Europäischen Union diskutierten Schwellenwert von einem Prozent lag. Einzelne Auskreuzungsereignisse konnten aber auch über größere Entfernungen nachgewiesen werden. Jetzt interessieren die Forscherin aus der Biologischen Bundesanstalt vor allem thermische Effekte: Zur Zeit der Maisblüte herrschten Temperaturen von über 30° C. Durch warme Luftströmungen könnten die relativ schweren Maispollen hoch in die Luft getragen und weit verdriftet worden sein. Doch wie weit? Mit ausgeklügelten Versuchsanordnungen, die in der Reportage plastisch geschildert werden, versucht sie es in dem noch andauernden Projekt gemeinsam mit Mathematikern der TU Braunschweig und Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes herauszufinden.
Deutlich wird: Wer Antworten auf Fragen dieser Art sucht, muss das Labor verlassen und ins Freiland gehen. Denn nur in der Natur herrschen natürliche Bedingungen. Freisetzungsversuche mit transgenen Pflanzen dienen unter anderem dazu, wichtigen Sicherheitsfragen in der "Realität" und nicht nur unter simulierten Bedingungen im Labor oder Gewächshaus nachzugehen. Das kann aber auch bedeuten, tagelang allein in großen, unübersichtlichen Maisfeldern zu arbeiten, in denen in der Dämmerung regelmäßig Wildschweine aufkreuzen. Dr. Jörg Leopold von der Universität Göttingen, der im Maisbestand eigentlich nur Blattläuse und deren parasitische Gegenspieler studieren will, kann ein Lied davon singen. Doch das ist eine andere Geschichte - nicht minder spannend erzählt und mit vielen Bildern unterlegt.
Wer sich länger auf der Internet-Seite www.biosicherheit.de umtut, wird merken: Auch wenn es derzeit in der EU keinen kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt, so läuft doch die Forschung auf Hochtouren, um offene Fragen zu klären und mögliche Risiken abschätzen zu können. Eine große Wissensfülle zum Verhalten und den Auswirkungen transgener Pflanzen in der Umwelt liegt bereits vor. Arbeitsgruppen aus Bundesforschungsanstalten, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen arbeiten weiter daran, die Standardbefürchtung vieler außenstehender Beobachter, man wisse über die Auswirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen in der Natur noch viel zu wenig, Schritt für Schritt zu entkräften.
Informationen erteilt:
Dr. Joachim Schiemann
BBA, Institut für Pflanzenvirologie, Mikrobiologie und biologische Sicherheit
Braunschweig
Tel.: 0531/299-3800
E-Mail: j.schiemann@bba.de
Dr. Michael Welling | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.biosicherheit.de
Weitere Berichte zu: Entfernung > Labor > Mais
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