Anzeige
Dies geschieht zum Beispiel durch die Aufnahme von mikrobiellen Kontaminationen an Arbeitsflächen oder durch Biofilme in Rohrinnenwänden und anderen schwer zugänglichen Stellen.
Dieser Risikofaktor kann durch die Beschichtung von Oberflächen mit biozid (antibakteriell) wirkenden Polymeren und den Einsatz von Verpackungsmaterialien mit aktiven Inhaltsstoffen ausgeschaltet werden.
Die Entwicklung dieser Materialien und die Kontrolle ihrer Wirksamkeit wird im Rahmen des EU-kofinanzierten Forschungsprojektes BIOSURF erprobt.
Biozide Oberflächen erhöhen Lebensmittelsicherheit
Zuverlässige Desinfektion wird in der Lebensmittelindustrie von mehreren europaweit gültigen Direktiven eingefordert, um die Verbraucher zu schützen und den Qualitätsstandard auf hohem Niveau zu halten. Herkömmliche Desinfektionsmittel wie Chemikalien (z.B. Chlorine) und Biozide wirken durch eine Störung des Zellstoffwechsels zwar zuverlässig gegen Bakterien, sofern diese keine Resistenz gegen sie ausgebildet haben; aufgrund ihrer hohen Flüchtigkeit gelangen sie aber auch schnell in die Luft und können beim Menschen gesundheitliche Beschwerden hervorrufen.
Überdies können sie bei entsprechender Konzentration den Geschmack von Lebensmitteln beeinträchtigen. Eine effektivere und gesundheitlich unbedenkliche Desinfektion verspricht der Einsatz chemisch beständiger Polymere.
Im Rahmen des Projektes BIOSURF ("Development and implementation of a con-tact biocide polymer for ist application as antimicrobial and anti-deposit surfaces in the food industry") werden aminofunktionalisierte Polymere auf Basis eines bicyclischen Kohlenwasserstoffs synthetisiert und in Flächen sowie in Verpackungsmaterialien eingebettet. Auf derart präparierte Oberflächen und Verpackungen können sich Bakterien nur schwerlich ansiedeln und ausbreiten. Biofilme z. B. in Tanks können sich dann schwerer herausbilden.
Besonders auf geschützten Oberflächen in feuchten Milieus, die sowohl Nährstoffe als auch Mikroorganismen beherbergen, entstehen sie andernfalls. "Da sie unter diesen Bedingungen schnell anwachsen, können Produktions- und Reinigungsprozesse spürbar beeinträchtigt werden. Dadurch erhöht sich nicht nur das Hygienerisiko, sondern auch der wirtschaftliche Schaden, z.B. durch Druckverlust, höheren Wartungsbedarf und Abstriche bei der Produktqualität", erklärt Mirko Hänel, Forschungsdirektor bei dem Projektpartner ttz Bremerhaven. Das Forschungsunternehmen hat bereits in vorangegangenen Projekten Know-how über die Desinfektion bei Cleaning-in-Place-Prozessen in der Lebensmittelbranche sowie Verpackungsmaterialien mit aktiven Komponenten aufgebaut.
Die Partner planen, die funktionalisierten Polymere sowohl auf thermoplastischen Kunststoffflächen und beschichteten Stahlflächen mit und ohne direkten Lebensmittelkontakt einzusetzen. Auch Flächen, die nicht mit Lebensmitteln in Berührung kommen, können zur Vermehrung unerwünschter Mikroorganismen beitragen. Durch die Anreicherung mit funktionalisierten Polymeren werden Säuberungs- und Desinfektionsprozesse optimiert. Auf Verpackungsmaterial erhöhen die Polymere nicht nur die Lebensmittelsicherheit, sondern verlängern auch die Haltbarkeit der Produkte. "Der Effekt basiert auf der Reaktionsfähigkeit der hohen Ladungsdichte der Polykationen des Polymers mit den negativ geladenen Zellmembranen der Mikroorganismen. Auf diese Weise wird die Membran zerstört und ein mikrobielles Wachstum verhindert", so Prof. Carsten Harms, Leiter der Molekulargenetik am ttz Bremerhaven. Die Synthese von ringförmigen Alkenen mit Reaktionsbeschleunigern, die den Austausch einer Molekülgruppe forcieren, bringt Polymere mit bestimmten Architekturen hervor. Sie unterscheiden sich in ihrem antimikrobiellen Wirkungsgrad und können somit je nach Anwendung "maßgeschneidert" werden.
Die Grundlage der Entwicklungen bilden patentgeschützte Konzepte der beteiligten mittelständischen Unternehmen. Auch die Weiterentwicklung der Grundversion eines softwarebasierten Kontrollsystems zur Dokumentation der Wirksamkeit antimikrobieller Beschichtungen gehört zu den Projektzielen. Diese Einheit steuert auch ein automatisches Dosierungssystem, das die Biozidkonzentration konstant hält. Außerdem soll ein Sensor zum Einsatz kommen, der die Dicke der Biofilme durch Messung des Wiederstandes bei der Wärmeleitfähigkeit ermittelt. In der Papierindustrie wurde dieser Sensor bereits erprobt, soll nun aber für weitere Anwendungen angepasst werden.
Die Testreihen im Projekt BIOSURF werden in der Fruchtsaft herstellenden Indust-rie sowie bei der Herstellung von Bier unter realen Bedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen durch eine zuverlässige Reinigungsleistung den Qualitätsstandard in der Lebensmittelindustrie verbessern und den Verbrauchern so noch besseren Schutz gewähren.
Das Projektkonsortium steht unter der Leitung der technischen Universität Graz. Das Projekt hat ein Budget von 1,45 Mio. Euro und wird im 7. Forschungsrahmenprogramm von der Europäischen Union gefördert.
Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement, Gesundheitssysteme sowie Verwaltung & Software.
Kontakt:
ttz Bremerhaven
Britta Rollert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0471 / 4832-121/-124; Fax: 0471 / 4832-129
E-Mail: brollert@ttz-bremerhaven.de
Britta Rollert | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ttz-bremerhaven.de
Weitere Berichte zu: Bakterien > Barriere > Beschichtung > Biofilm > BIOSURF > Desinfektion > Lebensmittelindustrie > Mikroorganismus > Polymere > Qualitätsstandard > Sensor > Verpackungsmaterial
Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Universität Ulm
Hitting snooze on the molecular clock: Rabies evolves slower in hibernating bats
21.05.2012 | University of Georgia
Eine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.
„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen ...
Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.
Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...
Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
Bei Preisen um 1,70 Euro pro Liter Treibstoff und den hohen Preisen für Heizöl sehnt sich so mancher Autofahrer, Hausbesitzer oder Mieter nach günstigen Alternativen. So viel ist sicher: Benzin und Heizöl werden zukünftig nicht billiger — auch weil unsere Erdölreserven knapper werden. Wissenschaft und Industrie setzen als eine mögliche ...
Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie
Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...
Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.
Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.
Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...
Anzeige
Anzeige

Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
AUTOMATICA 2012 eröffnet mit Hallenzuwachs
21.05.2012 | Messenachrichten
University of Nevada, Reno, scientists design indoor navigation system for blind
21.05.2012 | Informationstechnologie
Faktor Mensch in der Automobil-Produktion
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
TU9-Universitäten bei der 64. NAFSA-Konferenz 2012 in Houston, Texas (USA)
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Deutscher Ärztetag tagt in Nürnberg
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten