Anzeige
Wie man Schädlinge mit Inhaltsstoffen aus Zwiebeln bekämpfen oder das Immunsystem mit Wirkstoffen aus Blaubeeren stärken kann, erforscht ein neuer Biotechnologie-Verbund, den die Saar-Universität koordiniert.
Im Mittelpunkt des grenzüberschreitenden Vorhabens stehen Wirkstoffe und Arzneimittel aus heimischen Pflanzen. Die Europäische Gemeinschaft unterstützt das Großforschungsprojekt seit dem 1. Dezember 2008 mit 2,4 Millionen Euro. Es wird von Juniorprofessor Dr. Claus Jacob von der Fachrichtung Pharmazie koordiniert. Ziele des Vorhabens sind die Entwicklung neuer Techniken und deren Transfer in Wirtschaftsunternehmen sowie die Ausbildung von internationalen Nachwuchswissenschaftlern.
Vom Anbau heimischer Pflanzen und der Gewinnung von Naturprodukten für Arzneimittel und Pestizide bis hin zur Krebsforschung reichen die Forschungsthemen des Projektes "Red Cat", das im März offiziell an der Universität des Saarlandes eröffnet wird. Die griffige Abkürzung steht für "Natural Products and related Redox Catalysts". In vier Unterprojekten sollen nicht nur neue Techniken entwickelt werden, sondern auch deren Anwendung - zum Beispiel in der ökologischen Landwirtschaft - getestet werden. Bezüglich des Anbaus und der Ausbringung "natürlicher" Pestizide ist unter anderem auch eine Zusammenarbeit mit der Biosphärenregion Bliesgau angedacht.
"Mit diesem Forschungsvorhaben bildet sich ein grenzüberschreitendes und disziplinübergreifendes Exzellenzcluster im Bereich Biotechnologie aus, von dem Wissenschaft und Wirtschaft profitieren", erläutert Juniorprofessor Dr. Claus Jacob von der Fachrichtung Pharmazie, der "Red Cat" in Zusammenarbeit mit dem EU-Projektbüro "Eurice" initiiert hat. Der Chemiker, der im Fachgebiet Bioorganische Chemie tätig ist, koordiniert das auf vier Jahre angelegte Vorhaben. Es gehört zum spezifischen Programm "Menschen" im siebten EU-Forschungsrahmenprogramm und wird von der Europäischen Gemeinschaft mit rund 2,4 Millionen Euro unterstützt. Zehn Projektpartner und weitere acht assoziierte Partner aus ganz Europa sind mit im Boot und bilden zusammen das Red Cat "Initial Training Network".
Ein großer Teil der Forschungsgruppen ist in der Region Saar-Lor-Lux angesiedelt; so sind neben der Uni Saarbrücken (Pharmazie und Medizinische Fakultät in Homburg) unter anderem die Universitäten in Metz, Nancy, Aachen und Kaiserslautern sowie die Firma Ursapharm aus Güdingen beteiligt. Weitere renommierte Partner sind das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg, die Universität Exeter und das John Innes Research Centre in England, eine Krebsforschungsstiftung in Luxemburg sowie die Universität von Aveiro in Portugal.
Auch in der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern geht "Red Cat" neue Wege: Ziel ist es, eine hochqualifizierte Erstausbildung zwischen Partnern verschiedener europäischer Länder zu etablieren, wobei die Mobilität innerhalb des Netzwerks groß geschrieben wird. Alle 14 Nachwuchswissenschaftler, die in dem Projekt arbeiten werden (zehn Doktoranden und vier Postdocs), haben im Laufe ihrer Aus- und Fortbildung Gelegenheit, mindestens zwei ausländische Universitäten zu besuchen.
Die Universität des Saarlandes stellt dabei so etwas wie das Herzstück des Projektes dar, denn fast alle Teilnehmer werden für etwa zwei Monate nach Saarbrücken kommen. Ihre Forschungsgebiete umfassen synthetische, analytische, biologische und pharmazeutische Chemie, Biochemie, Zellbiologie, Mikrobiologie, Krebsforschung und Aspekte landwirtschaftlicher Forschung. Neben der rein wissenschaftlichen Ausbildung im Labor wird auch der Erwerb von Zusatzqualifikationen groß geschrieben: Themen wie Patentrecht oder Forschungsförderantragsstellung stehen ebenso auf dem Lehrplan wie Rhetorik, Marketing oder Wissenschaftsethik.
Das erste Treffen aller Projektpartner findet vom 26. bis 29. März 2009 in Saarbrücken statt. Zur Eröffnungsveranstaltung am Freitag, dem 27. März, um 9.00 Uhr sind die Medien herzlich eingeladen.
Veranstaltungsort: Seminarraum Gebäude B2 1, 1. Obergeschoss, Bioorganische Chemie
Weitere Informationen:
Jun.-Prof. Dr. Claus Jacob
Tel. : +49 (0)681 302-3129
E-Mail: c.jacob@mx.uni-saarland.de
Gerhild Sieber | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-saarland.de/de/fakultaeten/fak8/fr82/jacob/
Weitere Berichte zu: Arzneimittel > Bioorganische Chemie > Blaubeeren > heimische Pflanzen > Krebsforschung > Nachwuchswissenschaft > Pestizid > Pharmazie > Red Cat > Wirkstoff
Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Universität Ulm
Hitting snooze on the molecular clock: Rabies evolves slower in hibernating bats
21.05.2012 | University of Georgia
Eine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.
„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen ...
Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.
Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...
Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
Bei Preisen um 1,70 Euro pro Liter Treibstoff und den hohen Preisen für Heizöl sehnt sich so mancher Autofahrer, Hausbesitzer oder Mieter nach günstigen Alternativen. So viel ist sicher: Benzin und Heizöl werden zukünftig nicht billiger — auch weil unsere Erdölreserven knapper werden. Wissenschaft und Industrie setzen als eine mögliche ...
Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie
Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...
Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.
Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.
Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...
Anzeige
Anzeige

Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
AUTOMATICA 2012 eröffnet mit Hallenzuwachs
21.05.2012 | Messenachrichten
University of Nevada, Reno, scientists design indoor navigation system for blind
21.05.2012 | Informationstechnologie
Faktor Mensch in der Automobil-Produktion
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
TU9-Universitäten bei der 64. NAFSA-Konferenz 2012 in Houston, Texas (USA)
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Deutscher Ärztetag tagt in Nürnberg
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten