Anzeige
Sie entwickeln synthetische Stoffe, die die therapeutische Wirkung von bereits bekannten, natürlichen Verbindungen imitieren – so genanntes „Drug Design“. Ein neues Forschungsprojekt, das Prof. Dr. Tim Clark vom Computer Chemie-Centrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) leitet, will dafür neue Hochleistungsrechner einsetzen.
In der modernen Gesundheits- und Arzneiforschung ist die Wirkungsweise von Millionen natürlicher biologischer Verbindungen bekannt. Wenn zum Beispiel Protein A in zu geringer oder zu großer Menge im Körper vorhanden ist, resultieren daraus Reaktion B und C, usw. Dieses Wissen nutzen Pharmazeuten zur Herstellung neuer Medikamente. Sie entwickeln synthetische Stoffe, die die therapeutische Wirkung von bereits bekannten, natürlichen Verbindungen imitieren – ein Prozess, der als „Drug Design“ bezeichnet wird.
Routinemäßig werden inzwischen Computer eingesetzt, die den Wissenschaftlern helfen sollen, aus den Millionen von verfügbaren Verbindungen die besten Wirkstoffkombinationen zu finden, die sich für die synthetische Herstellung eignen. Allerdings ist die Trefferquote der Computer bislang sehr gering. An diesem Punkt setzt das Forschungsprojekt „high-performance Computer-Aided Drug Design“ an, das von Prof. Dr. Tim Clark vom Computer Chemie-Centrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) geleitet wird. Das Forscherteam um Clark will anstelle gewöhnlicher Computer neue Hochleistungsrechner einsetzen. Jetzt fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt für drei Jahre mit 1,5 Millionen Euro. Davon fließen rund 1,1 Millionen Euro an die FAU.
An der FAU sind neben dem Computer Chemie-Centrum (CCC) auch Prof. Dr. Dirk Zahn vom Lehrstuhl für Theoretische Chemie sowie Prof. Dr. Gerhard Wellein, Inhaber einer Professur für Höchstleistungsrechnen, an dem Projekt beteiligt. Weitere Projektpartner sind der Lehrstuhl für Theoretische Chemie an der Technischen Universität Dortmund und die Sanofi Aventis Deutschland GmbH.
„In Datenbanken existieren Infos über die therapeutischer Wirkung von vielen Millionen Molekülen“, sagt Prof. Dr. Tim Clark. „Die Arzneimittelhersteller sind jedoch häufig mit dem Problem konfrontiert, dass diese Verbindungen nicht die gewünschte Wirkung erzielen oder sich bei oraler Anwendung, etwa in Tablettenform, als Wirkstoffe nicht eignen.“ Computer werden eingesetzt, um die Millionen Datensätze durchzugehen auf weitere Verbindungen, die daraufhin getestet werden, ob sie die gleiche Wirkung haben wie die natürliche Verbindung und ob sie als Medikament geeignet wären.
„Mit den heutigen Programmen und Rechnern sind maximal ein bis zwei Prozent der herausgefilterten Verbindungen tatsächlich für die Arzneimittelherstellung geeignet“, sagt Prof. Clark. Deswegen will er neue Hochleistungsrechner einsetzen, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gab. Die Aufgabe von Prof. Clark und seinem Forscherteam besteht darin, neue Algorithmen zu entwickeln, die es den Hochleistungsrechnern ermöglichen, Millionen gleichzeitig stattfindende Rechenprozesse durchzuführen. Ziel ist, damit die Arzneimittelherstellung effizienter zu gestalten und die Trefferquote zu erhöhen.
Das Regionale Rechenzentrum Erlangen verfügt bereits über einen solchen „Super-Computer“, den das Team von Prof. Clark für sein Forschungsprojekt nutzen wird. Der so genannte LIMA-Cluster belegt zurzeit Rang 196 unter den 500 schnellsten Computern der Welt.
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet 1743, ist mit 29.000 Studierenden, 590 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.
Mehr Informationen:
Prof. Dr. Tim Clark
Tel.: 09131/85-22948
clark@chemie.uni-erlangen.de
Dr. Pascale Anja Dannenberg | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-erlangen.de
Weitere Berichte zu: Arzneiforschung > Arzneimittelherstellung > Design Thinking > FAU > Hochleistungsrechner > Theoretische Chemie > Trefferquote
Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Universität Ulm
Hitting snooze on the molecular clock: Rabies evolves slower in hibernating bats
21.05.2012 | University of Georgia
Eine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.
„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen ...
Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.
Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...
Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
Bei Preisen um 1,70 Euro pro Liter Treibstoff und den hohen Preisen für Heizöl sehnt sich so mancher Autofahrer, Hausbesitzer oder Mieter nach günstigen Alternativen. So viel ist sicher: Benzin und Heizöl werden zukünftig nicht billiger — auch weil unsere Erdölreserven knapper werden. Wissenschaft und Industrie setzen als eine mögliche ...
Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie
Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...
Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.
Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.
Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...
Anzeige
Anzeige

Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
AUTOMATICA 2012 eröffnet mit Hallenzuwachs
21.05.2012 | Messenachrichten
University of Nevada, Reno, scientists design indoor navigation system for blind
21.05.2012 | Informationstechnologie
Faktor Mensch in der Automobil-Produktion
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
TU9-Universitäten bei der 64. NAFSA-Konferenz 2012 in Houston, Texas (USA)
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Deutscher Ärztetag tagt in Nürnberg
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten