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5789 Pflanzenarten wurden als gebietsfremd eingestuft. 2843 davon seien außereuropäischen Ursprungs, schreiben die Forschern im Fachblatt Preslia. 1980 wurden dagegen nur 1568 gebietsfremde Arten registriert. Davon waren 580 außereuropäischen Ursprungs. Pro Jahr kämen durchschnittlich etwa sechs neue Arten in Europa hinzu.
Diese Inventarisierung von Informationen über gebietsfremde Arten soll helfen, europaweite Managementstrategien zu entwickeln und so die biologische Vielfalt zu schützen. Neue Arten, die Ökosysteme nachhaltig verändern, indem sie beispielsweise einheimische Arten verdrängen, gelten als eine der größten Gefährdungen für die Biodiversität.
Die meisten eingewanderten Pflanzenarten wurden aus Belgien, Großbritannien und Tschechien gemeldet. Großbritannien, Deutschland und Belgien sind die Länder, in denen die meisten neuen Arten stabile Populationen bilden konnten und inzwischen als eingebürgert gelten. Zu den inzwischen am weitesten verbreiteten neuen Pflanzenarten gehören das Kanadische Berufkraut (Conyza canadensis), Topinambur (Helianthus tuberosus) und die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia), die alle ursprünglich aus Nordamerika stammen. Mehr als drei Viertel aller neuen Pflanzenarten seien unbeabsichtigt nach Europa gelangt.
Neue Pflanzenarten können nicht nur die einheimische Flora bedrohen. Sie können auch volkswirtschaftliche Kosten hervorrufen, wie zum Beispiel die Ambrosie. Die Beifuß-Ambrosie stammt ursprünglich aus Nordamerika und hat sich bereits in weiten Teilen Europas ausgebreitet. Ihre Pollen zählen zu den aggressivsten Allergie-Auslösern. Für Deutschland ergaben erste Schätzungen für nur drei von insgesamt 470 der sich am stärksten ausbreitenden Neophyten, dass durch diese jährliche Kosten von ca. 70 Millionen Euro entstehen.
Im Rahmen des EU-Projektes DAISIE (Delivering Alien Invasive Species Inventories for Europe) wurden zum ersten Mal für die Länder Europas alle bekannten Invasionsarten erfasst. Dabei wurden Informationen zu Ökologie und Verbreitung von gebietsfremden Pflanzen und Tieren gesammelt und über eine Internet-Datenbank allen Interessierten zugänglich gemacht (http://www.europe-aliens.org/). Am Projekt waren Forschungseinrichtungen und Organisationen aus 15 Nationen beteiligt.
Vom 15. bis 19. September 2008 findet in Leipzig die bisher größte Konferenz von Ökologen aus ganz Europa statt. Über 1000 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern haben sich zur "EURECO-GFOE 2008" angemeldet. Die Tagung wird von der European Ecological Federation (EEF) und der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) im Congress Center Leipzig ausgerichtet und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) sowie den Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig organisiert. Die EEF ist die Dachorganisation aller nationalen ökologischen Gesellschaften in Europa. In ihr sind über 8000 Ökologen organisiert. Die GfÖ dagegen ist die nationale Gesellschaft der Ökologen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.
Tilo Arnhold
Publikation:
Lambdon, P, Pyšek, P., Basnou, C., Arianoutsou, M., Ess, F., Hejda, M., Jarošík, V., Pergl, J., Winter, M., Anastasiu, P., Andriopoulos, P., Bazos, I., Brundu, G., Celesti-Grapow, L., Chassot, P., Delipetrou, P., Josefsson, M., Kark, S., Klotz, S., Kokkoris, Y., Kühn, I., Marchante, H., Perglová, I., Pino, J., Vilà, M., Zikos, A., Roy, D., Hulme, P. (2008):
Alien flora of Europe: species diversity, temporal trends, geographical patterns and research needs.
Preslia 80: 101-149.
http://www.ibot.cas.cz/preslia/P082Lam.pdf
Die Untersuchungen wurden von der EU im Rahmen des Forschungsprojektes DAISIE gefördert.
Weitere fachliche Informationen:
Dr. Stefan Klotz, Dr. Ingolf Kühn, Marten Winter
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0345-558-5301, -5311, -5316
http://www.ufz.de/index.php?de=14699
http://www.ufz.de/index.php?de=821
http://www.ufz.de/index.php?en=7081
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1269
E-mail: presse@ufz.de
Weiterführende Links:
DAISIE - Delivering Alien Invasive Species Inventories for Europe:
http://www.europe-aliens.org/
Mehr zum Thema Biodiversität finden Sie in einer Spezialausgabe des UFZ-Newsletters zur 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Biologischen Vielfalt (COP9), die im Mai 2008 in Bonn stattgefunden hat:
http://www.ufz.de/index.php?de=16853
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanadisches_Berufkraut
http://de.wikipedia.org/wiki/Topinambur
http://de.wikipedia.org/wiki/Robinie
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
Tilo Arnhold | Quelle: Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen: www.ufz.de/index.php?de=17176
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Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
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Hitting snooze on the molecular clock: Rabies evolves slower in hibernating bats
21.05.2012 | University of Georgia
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Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.
Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...
Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
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