Anzeige
Der Erdboden enthält eine Vielzahl von Bakterien, die zukünftig für die Herstellung von Antibiotika genutzt werden könnten. Forscher der Rockefeller University haben es geschafft, aus einer Bodenprobe den genetischen Code für zwei neue potentielle Antibiotika zu entschlüsseln.
Ihre Wirkung soll den derzeit stärksten Antibiotika gleichkommen. Rolf Hömke vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller bestätigt im Gespräch mit pressetext, dass Bodenentnahmen immer wieder als Quelle medizinisch wertvoller Bakterien genutzt werden. "In ähnlicher Weise wurde in der Vergangenheit aus einer norwegischen Bodenprobe der Wirkstoff Cyclosporin, ein Medikament für Organtransplantationen, gewonnen", so der Berliner Arzneimittelexperte.
Ein Teelöffel Gartenerde enthält etwa 10.000 Bakterien. Nur ein Prozent davon sind derzeit für Antibiotika und andere Medikamente einsetzbar, bei den restlichen 99 Prozent ist die Entzifferung des Genmaterials bisher noch nicht gelungen. "Erfolgreiche Trennung der verschiedenen Bakterien oder ihrer DNA von Proben aus der Natur ist oft das Hauptproblem", erklärt Hömke. "Erst wenn sichergestellt ist, dass die DNA nur von einer einzigen Art stammt, kann sie im Labor sinnvoll vermehrt werden." Dies stelle eine sehr anspruchsvolle Aufgabe dar.
Bei den eingeholten Bodenproben ist das den New Yorker Forschern scheinbar gelungen. Nach Erwärmung der Proben isolierten sie deren DNA und untersuchten sie nach einer Sequenz namens OxyC, die bei Antibiotika wie Vancomycin oder Teicoplanin häufig vorkommt. Die Bodenproben verschiedener Länder wiesen im Test jeweils zumindest eine zuvor unbekannte Variante der OxyC-Sequenz auf. Die Forscher verwendeten Enzyme der geklonten Gene mit den neuen OxyC-Sequenzen zur Erzeugung antibiotischer Derivate. Diese sollen nicht nur Bakterien mit der Wirkung der bisher stärksten Medikamente bekämpfen, sondern auch andere einzigartige Strukturelemente aufweisen, die bisher noch unbestimmte medizinische Vorteile liefern könnten.
Die Nachfrage nach neuen Wirkstoffen für Antibiotika ist groß. "Zunehmend gibt es Fälle, in denen die meisten Antibiotika nichts ausrichten können", sagt Hömke. Die Zuverlässigkeit der Antibiotika sei in den vergangenen Jahren aufgrund resistenter Erreger gesunken, zudem suche man in den Labors auch nach Antibiotika für bisher nur langwierig behandelbare Krankheiten wie Tuberkulose oder Borreliose.
Die US-Forscher hoffen, hier eine positive Entwicklung durch ihre Forschungsmethode auszulösen: "Es gibt eine Unzahl weiterer ungenutzter Strukturen, zu denen man durch kulturunabhängige Sortierungsmethoden Zugang erhält", so der New Yorker Forschungsleiter Sean Brady. Die Natur bietet somit einen Vorrat bislang noch unbekannter Gesundheitswirkstoffe.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.rockefeller.edu
www.vfa.de
Weitere Berichte zu: Antibiotikum > Bakterien > Bodenprobe > Cyclosporin > DNA > Erdboden > Organtransplantation > OxyC-Sequenz > Probe > Wirkstoff
Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Universität Ulm
Hitting snooze on the molecular clock: Rabies evolves slower in hibernating bats
21.05.2012 | University of Georgia
Eine Forschungsgruppe der Universität Ulm hat einen neuartigen molekularen Schalter im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden.
„Unsere Untersuchungen beschreiben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus“, sagt Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, der die Arbeit dieser Tage gemeinsam mit Dr. Ruth Simon im international renommierten Fachblatt EMBO-Journal veröffentlicht. An dem von der Deutschen ...
Pest, Bakterienruhr und Cholera haben eines gemeinsam: Sie werden von Bakterien ausgelöst, die ihren Wirt mit einem ausgeklügelten Injektionsapparat infizieren.
Über nadelartige Strukturen spritzen sie molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen und überlisten so deren Immunabwehr. Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen am Berliner MPI für Infektionsbiologie und der University of Washington in Seattle (USA) jetzt die Struktur einer solchen Nadel im atomaren Detail ...
Mit rund 2,3 Millionen Euro finanziert die Europäische Technologieinitiative „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) die Entwicklung neuer Wasserstoff-Feststoffspeicher auf Basis von Borhydriden. Diese Verbindungen nehmen besonders viel Wasserstoff auf, die Tanks bleiben dadurch kompakt. Koordiniert wird das Projekt „Bor4Store“ vom Institut für Werkstoffforschung im Helmholtz-Zentrum Geesthacht.
Bei Preisen um 1,70 Euro pro Liter Treibstoff und den hohen Preisen für Heizöl sehnt sich so mancher Autofahrer, Hausbesitzer oder Mieter nach günstigen Alternativen. So viel ist sicher: Benzin und Heizöl werden zukünftig nicht billiger — auch weil unsere Erdölreserven knapper werden. Wissenschaft und Industrie setzen als eine mögliche ...
Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie
Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...
Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.
Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.
Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...
Anzeige
Anzeige

Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
21.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
AUTOMATICA 2012 eröffnet mit Hallenzuwachs
21.05.2012 | Messenachrichten
University of Nevada, Reno, scientists design indoor navigation system for blind
21.05.2012 | Informationstechnologie
Faktor Mensch in der Automobil-Produktion
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
TU9-Universitäten bei der 64. NAFSA-Konferenz 2012 in Houston, Texas (USA)
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Deutscher Ärztetag tagt in Nürnberg
21.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten