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Alle Tintenfische besitzen Gift, egal ob sie über zehn oder acht Arme verfügen. Das behaupten Forscher der Universität Melbourne im Journal of Molecular Evolution. Die Genanalyse verschiedenster Tintenfischarten ließ sie erkennen, dass alle Tintenfische von einem giftigen Urahn abstammen. Dieser habe sein Gift an alle Nachfahren vererbt, wenngleich sich diese im Lauf der Jahrmillionen zu sehr unterschiedlichen Arten entwickelt hätten.
Diese Erkenntnis sei für die Pharmaindustrie relevant und könne zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen, betont Forschungsleiter Bryan Fry. "Die Gifte der Tintenfische sind toxische Proteine, die spezielle Funktionen wie etwa die Lähmung des Nervensystems haben. Wir hoffen, durch das Verstehen der Struktur und Handlungsform der Giftproteine neue Medikamente entwerfen zu können, etwa für Schmerzempfinden, bei Allergien oder Krebs."
Aufschluss über die Giftigkeit gaben Gewebeproben von Kopffüßlern aus Hongkong, aus dem Korallenmeer, aus dem Great Barrier Reef sowie aus der Antarktis. Ein Vergleich ihrer Gene, die für die Giftproduktion zuständig sind, zeigte die Existenz eines gemeinsamen giftigen Urahns. Von diesem stamme ein Set der Giftproteine, zu dem sich im Lauf der Evolution weitere Proteine gesellt hätten. In weiteren Forschungen soll nun ermittelt werden, warum derart unterschiedliche Arten giftiger Tiere über derart lange Zeit auf dieselbe Zusammensetzung von Giftproteinen setzten, und welche physische oder chemische Eigenschaften diese für den Giftgebrauch empfänglich machten.
Alle heutigen Tintenfisch-Arten besitzen demnach Gift. Dieses setzen sie auf der Jagd ein, etwa um Muscheln lähmen, deren Schale anschließend leichter geknackt werden können. Für den Menschen tatsächlich gefährlich ist jedoch allein der Blaugeringelte Krake. Dieses Weichtier gibt beim Biss das schnell wirkende Nervengift Tetrodotoxin ab, das innerhalb von zwei Stunden zu Lähmungen und Atemstillstand führt.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.unimelb.edu.au
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Wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese nachgewiesen
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