Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuständiges Gen für Verschleimung der Lungen entdeckt

15.09.2009
Bisherige Theorien über Schleimproduktion widerlegt

Ein genetischer Durchbruch sollte Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen und vielleicht auch jenen, die unter einem einfachen Schnupfen leiden, helfen können ihre Beschwerden zu lindern.

Der biologische Grund warum sich die Lungen bei Krankheiten wie Asthma oder Mukoviszidose mit dickem Schleim füllen, war bisher nicht erforscht. Wissenschaftler des Cincinnati Children's Hospital haben jetzt den entscheidenden genetischen Schalter identifiziert, der für die Ansammlung verantwortlich ist. Die in The Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Studie macht Hoffnung auf neue Behandlungsansätze.

Der leitende Wissenschaftler Jeffrey Whitsett geht davon aus, dass eine Möglichkeit zur Bekämpfung der übermäßigen Schleimproduktion ein entscheidender Fortschritt sein könnte. Derzeit gebe es keine wirksame Behandlung für die Entfernung des angesammelten Schleims. Es wurde angenommen, dass es in den Luftwegen nach einer allergische Reaktion oder einer Entzündung zu einer sehr raschen Teilung und Vermehrung der Schleimzellen, der so genannten Becherzellen, kommt. Dieser Vorgang ist als Hyperplasie bekannt.

Ganz im Gegensatz dazu entdeckte das Team, dass eine Art von Lungenzellen, die Clara-Zellen sich in Becherzellen verwandeln. Dabei handelt es sich jedoch um eine Metaplasie. Es wurde auch nachgewiesen, dass dieser Vorgang reversibel ist. Becherzellen können sich wieder in Klara-Zellen zurückverwandeln. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn das Grundproblem ausgeräumt wurde. Bei Versuchen mit Mäusen identifizierten die Wissenschaftler mit SPDEF ein Gen, das für die Bildung von Schleim von entscheidender Bedeutung ist.

Die Wissenschaftler nutzten ein Protein aus Eiklar, um eine allergische Reaktion und Entzündung in den Lungen der Tiere hervorzurufen. Es zeigte sich, dass die Aktivität des Gens im betroffenen Gewebe sehr hoch war. Die Folge war eine Überproduktion von Schleim. Wurde das Gen deaktiviert, kam es weder zu einer Entzündung noch zu einer Verschleimung. Mäuse, denen SPDEF fehlte, waren nicht in der Lage die Schleimproduktion zu erhöhen oder Becherzellen zu bilden. Die weitere Analyse ergab, dass das Gen eine komplexe Rolle bei der Aktivität anderer Gene, die bei Entzündungen und der Schleimproduktion entscheidend sind, spielt. Das Team hofft, dass es möglich sein wird, Behandlungsansätze zu entwickeln, die die Aktivität des Gens beeinflussen. Sie betonen aber gleichzeitig, dass Tests mit Menschen erst in einigen Jahren möglich sein werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cincinnatichildrens.org
http://www.jci.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

nachricht Einen Schritt näher an die Wirklichkeit
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics