Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zentrum für Bioökonomieforschung gegründet

21.10.2010
Seit heute gibt es in Nordrhein-Westfalen das Bioeconomy Science Centre (BioSC). Es ist das erste Zentrum Europas, das mit einem integrativen Gesamtkonzept Forschung für eine nachhaltige Bioökonomie betreibt.

Partner sind das Forschungszentrum Jülich, die Universitäten Bonn und Düsseldorf sowie die RWTH Aachen. Sie bündeln im BioSC die Kompetenzen von mehr als 50 ihrer Institute. Gemeinsam werden sie die zentralen Themen einer umweltschonenden Ökonomie auf der Basis nachwachsender Rohstoffe bearbeiten.

Bis zum Jahr 2050 werden doppelt so viele Nahrungsmittel wie heute benötigt, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Der Klimawandel wird deutlich spürbare Konsequenzen haben und die Vorräte fossiler Rohstoffe werden weiter drastisch abnehmen. Nachwachsende Rohstoffe haben in dieser Situation eine Schlüsselfunktion für Ernährung, Produktionsprozesse und Energieversorgung.

Zentrale Themen für das BioSC sind daher die nachhaltige Produktion von Pflanzen, neue Verfahren zur Verarbeitung von Biomasse und der Einsatz von Mikroorganismen zur Herstellung von Wertstoffen. Ebenso werden die Partner Fragen der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit der Bioökonomie und ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz bearbeiten.

Die über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BioSC und die weiteren Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft, die hinzukommen werden, gehen diese Themen systemisch an: Sie führen ihre Spezialexpertisen auf der Basis einer gemeinsamen Strategie zusammen und erforschen disziplinübergreifend, wie sich neue, auf biologischen Grundlagen basierende Produkte und Prozesse etablieren lassen.

Das ist bisher einzigartig in Europa. Prof. Ulrich Schurr, Forschungszentrum Jülich, einer der Gründungsdirektoren des BioSC: „Wir werden zum Beispiel untersuchen, wie sich Wertschöpfungsketten effizient miteinander verknüpfen lassen, um nachhaltig Nahrungs- und Futtermittel, Roh- und Wertstoffe oder Bioenergie zu erzeugen.“ Um mit diesem umfassenden Ansatz erfolgreich zu sein, ist außer der wissenschaftlichen Expertise auch modernste Infrastruktur notwendig.

Solche Technologieplattformen gibt es schon: in der genetischen Analyse, in der Quantifizierung und Selektion pflanzlicher Eigenschaften (Phänotypisierung), der Bioanalytik, der Boden- und Grundwassercharakterisierung, dem Feldversuchswesen, der Verfahrenstechnik nachwachsender Rohstoffe und im Supercomputing. Die Partner des neuen Zentrums werden sie gemeinsam nutzen.

Für die Bioökonomie sind besonders die Verknüpfungen von Biomasseproduktion, Verarbeitung und Produktentwicklung wichtig. Mit dem BioSC entsteht erstmals ein Konsortium mit der fachlichen Breite und der Infrastruktur, um die einzelnen Fragen in ihrem Zusammenhang kompetent zu bearbeiten. Prof. Ulrich Schurr: „Wenn ein Aachener Ingenieur etwa ein neues Verfahren zur Verarbeitung von pflanzlicher Biomasse plant, können die Bonner Partner diese Biomasse nachhaltig anbauen, Düsseldorf und Jülich die Pflanzeneigenschaften optimieren und Ökonomen untersuchen, unter welchen Kriterien das Verfahren wirtschaftlich ist und welche gesellschaftlichen Aspekte berücksichtigt werden sollten.“

Zeitnah wollen die Mitglieder eine multi- und interdisziplinäre, integrative Graduiertenausbildung zur Bioökonomie aufbauen. Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler sollen dadurch zum Beispiel das nötige Hintergrundwissen in der Biologie erhalten und Biologen Verständnis für die Verfahren bei der Verarbeitung von Biomasse entwickeln können. Hierbei profitiert das BioSC von bestehenden Graduiertenschulen der Partner, die eine thematische Schnittmenge mit der Bioökonomie haben.

Für eine rasche wirtschaftliche Umsetzung der Forschungsergebnisse ist die Zusammenarbeit mit der Industrie essenziell. Dazu bringen die BioSC-Partner ihre einschlägigen Kontakte ein. Bereits jetzt zeigen zahlreiche mittelständische und global agierende Unternehmen Interesse. Weil die Entwicklung einer Bioökonomie eine weltweite Herausforderung ist, die nur in internationaler Zusammenarbeit bewältigt werden kann, wird das BioSC Kooperationen mit akademischen und industriellen Partnern in Industrie- und Schwellenländern strategisch ausbauen.

Dr. Victoria Meinschäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.biosc.de

Weitere Berichte zu: Biomasse Bioökonomie Bioökonomieforschung Rohstoff Wertstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten