Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler der TH Wildau finden Gene, die wahrscheinlich für chronische Schmerzen verantwortlich sind

07.05.2010
Neue Einblicke in das Krankheitsbild »Chronische Schmerzen« und damit innovative Ansätze für eine Therapie haben Wissenschaftler der Technischen Hochschule Wildau und ihre Kooperationspartner von der weltbekannten Mayo Klinik in Rochester (US-Staat Minnesota) gewonnen.

Danach werden chronische Schmerzen offenbar durch eine nachweisbare Umprogrammierung von über 2.000 Genen im peripheren Nervensystem verursacht.

Die Forscher hoffen, mit diesen Erkenntnissen eines Tages zu einer medikamentösen Therapie zu gelangen, in der die Schmerzen durch gezielte Korrektur der Aktivität spezifischer Gene bekämpft werden können.

Laut der Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. sind ca. 17 Prozent aller Deutschen von chronischen Schmerzen betroffen. Diese besondere Form von Schmerzen kann ohne jeden erkennbaren Grund auftreten und ist häufig mit den derzeit verfügbaren Therapien nicht effektiv zu behandeln. Die Lebensqualität chronischer Schmerzpatienten ist stark beeinträchtigt. Zudem verursacht dieses Krankheitsbild bis zu 25 Milliarden Euro Gesundheitskosten pro Jahr.

In der TH-Forschungsgruppe Bioinformatik und dem angeschlossenen Kompetenzzentrum »Life Science Computing« unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Beyerlein, wurden hochleistungsfähige Algorithmen entwickelt, um 10,48 Milliarden RNA Sequenzen zu untersuchen und das komplizierte Genompuzzle der verdächtigen Neuronen zu rekonstruieren. Partner sind die Mayo Klinik, wo vorab Experimente im Nasslabor durchgeführt wurden, um die zu untersuchenden RNA-Moleküle zu extrahieren, und die Illumina Inc., Hayward (US-Staat Kalifornien), deren neue Sequenziertechnologie eine Digitalisierung der RNA ermöglichte. Nach Transfer der Massendaten zur Auswertung nach Wildau brachten intelligente Mustererkennungsverfahren eine Reihe von Überraschungen hervor, es wurden unter anderem auch 10.465 neue Exons (spezielle Teile des Gens) und 421 neue Gene gefunden.

»Wir konnten tiefer in das Universum der zellulären Prozesse blicken, als jemals zuvor. Es ist faszinierend, mit welcher Präzision mathematisches Denken, so wie wir es unseren Studierenden lehren, helfen kann, das interne Leben einer Zelle zu enthüllen«, sagt Prof. Beyerlein, der am Studiengang Biosystemtechnik/Bioinformatik lehrt. Zu dem von ihm und Andreas Beutler, M.D (Mayo Klinik) geführten transatlantische Team gehören Ronny Amberg, Paul Hammer und Gabriele Petznick (TH Wildau), Michaela Banck (Mayo Klinik), Cheng Wang (Mount Sinai School of Medicine), Shujun Luo, Irina Khrebtukova und Gary P. Schroth (Illumina Inc.). Unterstützung erhielten die Forscher durch die Richard M. Schulze Familienstiftung, das National Institute of Neurological Disorders and Stroke (USA), das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und die niederländische Philips Forschung.

Fachlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. rer. nat. Peter Beyerlein
Tel. +49 3375 508 948
E-Mail peter.beyerlein@tfh-wildau.de

Bernd Schlütter | idw
Weitere Informationen:
http://www.th-wildau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise