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Wissenschaftler des DZL finden neue Ansätze bei Lungenfibrose

30.06.2011
Lungenforscher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) und des Medical Research Council in London haben einen entscheidenden Teil des Entstehungsmechanismus für Lungenfibrose entschlüsselt und damit möglicherweise einen neuen therapeutischen Ansatz.

Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Science Translational Medicine veröffentlicht.

Einem Team von Lungenforschern in Gießen/Marburg und München ist es gemeinsam mit Kollegen vom Medical Research Council in London gelungen, einen neuen therapeutischen Ansatz für Lungenfibrose* zu identifizieren: die Enzymgruppe der Dimethylarginin-Dimethylaminohydrolasen.

Diese Enzyme können asymmetrisches Dimethylarginin verstoffwechseln und nehmen damit Einfluss auf Stickoxid- und Sauerstoffradikalbildung. Über diesen und weitere Mechanismen induzieren sie die abnorme Zunahme von Bindegewebe in der Lunge. Durch Hemmung dieser Enzymgruppe gelang es, die Ausbildung der Lungenfibrose zu unterdrücken.

Prof. Dr. Werner Seeger, Leiter des gemeinsamen Lungenzentrums der Universitäten Gießen und Marburg und Sprecher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, unterstreicht die Bedeutung der standortübergreifenden Kooperation für diese Erkenntnisse: „Die Zusammenarbeit, die zu diesen Ergebnissen geführt hat, zeigt, wie wichtig die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sind: Sie tragen zur Weiterentwicklung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die medizinische Praxis bei. Dadurch, dass die Zusammenarbeit der Partner im DZL bereits etabliert ist, können wir unsere Arbeit direkt aufnehmen.“ Die Publikationsergebnisse waren bereits vor der Gründung des DZL am 9. Juni 2011 durch die Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan erarbeitet worden. Die beteiligten deutschen Partner sind jetzt auch Partner im DZL.

Weitere Informationen

Hintergrund:
*Lungenfibrose oder diffusen interstitiellen Lungenkrankheit ist ein Sammelbegriff für über 100 Einzelerkrankungen, die auf ähnlichen pathophysiologischen Entstehungsprozessen beruhen. Zu den wichtigsten Symptomen gehört die Versteifung der Lungenarchitektur durch vermehrte Bildung von Bindegewebe. Lungenfibrose führt zu Lungenversagen. Eine Lungentransplantation ist bisher die einzige therapeutische Option.
Original-Publikation:
S. S. Pullamsetti S.S. et al, The Role of Dimethylarginine Dimethylaminohydrolase in Idiopathic Pulmonary Fibrosis. Sci. Transl. Med. 3, 87ra53 (2011).

Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) ist ein nationaler Verbund, der Experten auf dem Gebiet der Lungenforschung bündelt und Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung verzahnt. Standorte sind Borstel/Lübeck/Kiel/Großhansdorf, Gießen/Marburg/Bad Nauheim, Hannover, Heidelberg und München. Ziel des DZL ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Erforschung von Lungenkrankheiten zu finden und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie zu leisten. http://www.dzg-lungenforschung.de

Ansprechpartner für die Medien

Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg . Tel.: 089-3187-3946 . Fax 089-3187-3324. E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Wissenschaftlicher Koordinator und Sprecher des DZL
Prof. Dr. Werner Seeger, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Justus-Liebig-Universität Gießen, Medizinische Klinik II, Klinikstraße 33, 35392 Gießen . Tel.: 0641-985-42350 - E-Mail: Werner.Seeger@ugmlc.de

Susanne Eichacker | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de
http://www.dzg-lungenforschung.de

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