Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirkstoff-Taxi für besondere Fahrgäste

19.01.2016

Neue medizinische Wirkstoffe mit Hilfe von Cyclodextrinen besser bioverfügbar machen: An dieser Herausforderung arbeiten Pharmazeuten der Universität Würzburg in Kooperation mit der Hoshi-Universität Tokyo.

Die meisten Wirkstoffe, die für medizinische Anwendungen neu entwickelt werden, sind schlecht in Wasser löslich. Das ist problematisch – schließlich müssen die Stoffe beispielsweise aus einer Tablette in die wässrige Umgebung des Körpers übergehen können, um dort ihre Wirkung zu entfalten.


Die Teilnehmer des deutsch-japanischen Mini-Symposiums im Treppenhaus des Instituts für Pharmazie. (Foto: Marcus Gutmann)

Foto: Marcus Gutmann

Um die Wasserlöslichkeit von Wirkstoffen zu verbessern, ist eine bestimmte Klasse pharmazeutischer Hilfsstoffe besonders interessant, die Cyclodextrine. Sie werden aus pflanzlicher Stärke gewonnen, sind biologisch abbaubar und in der Regel nicht toxisch.

Wirkstoffe in Zylinder einpassen

Cyclodextrine sehen wie ein Ring oder kurzer Zylinder aus, in den sich Wirkstoffe genau mit dem Teil einpassen lassen, der für die schlechte Löslichkeit in Wasser verantwortlich ist. Nach außen hin ist der „Cyclodextrin-Zylinder“ gut in Wasser löslich. So kann er – wie ein Taxi, dessen Sitze für ganz spezielle Fahrgäste modelliert sind – Wirkstoffe im Körper transportieren und an ihren Wirkorten freisetzen.

Für die pharmazeutisch-chemische Analytik sind Cyclodextrine ebenfalls interessant: Die Einlagerung in die Zylinder ist so spezifisch, dass selbst Moleküle, die einander stark ähneln, dort unterschiedlich fest gebunden werden. Daher kann man Oberflächen, die mit Cyclodextrinen besetzt sind, zur Trennung sehr ähnlicher Moleküle verwenden.

Mini-Symposium in Würzburg

Diese beiden Aspekte der Cyclodextrine wurden Anfang Dezember 2015 bei einem deutsch-japanischen Mini-Symposium am Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Universität Würzburg diskutiert. Gefördert wurde das Treffen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Lehrstuhlinhaber Professor Lorenz Meinel kooperiert in Sachen Cyclodextrine eng mit Pharmazeuten von der Hoshi-Universität in Tokyo (Japan). Die Pharmazie in Würzburg ist für die Komplexierungen der Wirkstoffe zuständig, die Experten in Tokyo beschäftigen sich mit der Modellierung am Computer. Bei dem Treffen stimmten die Partner ihre gemeinsame Forschungsarbeit ab und legten die weitere Strategie fest.

Kontakt

Prof. Dr. Dr. Lorenz Meinel, Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie, Universität Würzburg, T (0931) 31-83765, lorenz.meinel@uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen:

http://www.presse.uni-wuerzburg.de Pressestelle der Uni Würzburg

Marco Bosch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einblick ins geschlossene Enzym
26.06.2017 | Universität Konstanz

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie