Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirkstoff-Forschung: Leipziger Biochemiker starten Projekt mit US-Partnern

15.07.2013
Zusammen mit ihren Partnern in den USA hat die Arbeitsgruppe Bioorganische Chemie und Biochemie des Instituts für Biochemie der Universität Leipzig eine prestigeträchtige Förderung eingeworben.

Erstmals wird eine Forschungskooperation der Leipziger Hochschule mit der Vanderbilt University in Nashville von einer staatlichen US-Einrichtung gefördert. Die Gruppe um Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger kann mit einer Beteiligung in Höhe von rund 200.000 Dollar rechnen.

Im Fokus des Projekts steht die Untersuchung eines Proteins, das die Nahrungsaufnahme und den Energiestoffwechsel reguliert. Kommt es zu Fehlfunktionen, kann dies unter anderem zu Bluthochdruck und Fettleibigkeit führen.

Zusammen mit ihren Partnern in den USA hat die Arbeitsgruppe Bioorganische Chemie und Biochemie des Instituts für Biochemie der Universität Leipzig eine prestigeträchtige Förderung eingeworben. Erstmals wird eine Forschungskooperation der Leipziger Hochschule mit der Vanderbilt University in Nashville von einer staatlichen US-Einrichtung gefördert. Die Gruppe um Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger kann mit einer Beteiligung in Höhe von rund 200.000 Dollar rechnen. Im Fokus des Projekts steht die Untersuchung eines Proteins, das die Nahrungsaufnahme und den Energiestoffwechsel reguliert. Kommt es zu Fehlfunktionen, kann dies unter anderem zu Bluthochdruck und Fettleibigkeit führen.

Die Projekt-Förderung kommt von den nationalen Gesundheitsinstituten der USA (National Institutes of Health, NIH). Der Zuschuss in einer Gesamthöhe von einer Million Dollar für einen Zeitraum von drei Jahren geht an die Arbeitsgruppen von Jens Meiler und Dave Weaver von der Vanderbilt University. Mit dieser Partnerhochschule pflegt die Universität Leipzig seit 2008 enge Beziehungen.

"Für uns ist diese Förderung eine Anerkennung unseres Konzeptes", sagt Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger. "Die Förderung ermöglicht es uns, interdisziplinäre Arbeiten durchzuführen. Während in Nashville die Hochdurchsatz-Testung und Computermodelle erarbeitet werden, werden wir in Leipzig die biochemischen Mechanismen aufklären." Mit den Mitteln werde es möglich sein, an der Universität Leipzig einen Promovenden mit der Erforschung und Entwicklung neuartiger Mechanismen zu betrauen.

Eine der Krankheiten, bei deren Bekämpfung die Wissenschaftler helfen wollen, ist Adipositas (Fettleibigkeit). Neue therapeutische Lösungen erhoffen sie sich von Wirkstoffen, die den sogenannten Neuropeptid-Y4-Rezeptor beeinflussen können - ein regulierendes Protein beim menschlichen Stoffwechsel. Sie untersuchen daher strukturelle und funktionale Eigenschaften bestimmter Moleküle, die mit dem Rezeptor zusammenwirken. "Die US-Kollegen und wir betreiben hier Grundlagenforschung. Unsere Ergebnisse könnten dann die Basis zum Beispiel für Appetit-unterdrückende Medikamente schaffen", erklärt Annette Beck-Sickinger. "Wir wollen zudem anwendungstechnische Untersuchungen durchführen und übergreifende Therapiestrategien entwickeln."

Hintergrundinformationen zur Kooperation Leipzig/Vanderbilt:

In Anbetracht der komplementären Stärken im Forschungsprofil beider Universitäten, insbesondere auf den Gebieten der Biochemie und der Biomedizin sowie verwandter Disziplinen, wurde die Institutionalisierung dieser Partnerschaft auf Universitätsebene angestrebt. Bereits seit 2008 arbeiten die beiden Einrichtungen zusammen und konnten seither zahlreiche Forschungsprojekte sowie Austauschprogramme für Lehrende, Doktoranden und Studenten ermöglichen. Seit 2008 konnten 42 zwei- bis dreimonatige Forschungsaufenthalte von Wissenschaftlern und Studierenden an der jeweiligen Partnerhochschule ermöglicht werden. Des Weiteren fanden bisher vier wissenschaftliche Symposien sowie mehrere Lehrveranstaltungen (Summer Schools) von Hochschullehrern in Nashville und Leipzig statt. Die Forscher veröffentlichten bereits 17 gemeinsame Publikationen, ausgehend von 27 Forschungsprojekten. Grundlage der Kooperation ist das erstmals 2009 von beiden Hochschulen unterzeichnete "Memorandum of Understanding" - eine bilaterale Universitätsvereinbarung, die im Rahmen des kürzlich stattgefundenen 4. Symposiums erneuert wurde.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger
Telefon: +49 341 97-36900
E-Mail: beck-sickinger@uni-leipzig.de
Anett Albrecht
Telefon: +49 341 9736902
E-Mail: albrecht@uni-leipzig.de

Carsten Heckmann | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise