Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Winzigen Nanopartikeln auf der Spur

25.04.2012
Wissenschaftler der Universität Tübingen sind am internationalen Projekt „INSTANT“ beteiligt: Hier wird ein Sensor entwickelt, mit dem sich Nanopartikel in Produkten nachweisen lassen.

Sie sind in Kosmetika und Wandfarben versteckt und halten sogar Obst frisch: Wegen ihrer antimikrobiellen Eigenschaften kommen winzige Nanopartikel in immer mehr Produkten zum Einsatz. Ihre Risiken und Nebenwirkungen sind aber bisher nur wenig erforscht. Wissenschaftler der Universität Tübingen sind deshalb an dem internationalen Projekt „INSTANT“ beteiligt, das sich mit dem Nachweis von Nanopartikeln beschäftigt.


Nanostrukturierte Oberfläche mit Erkennungselementen. Quelle: IPTC, Universität Tübingen

Zehn Partner aus sechs Ländern arbeiten bei INSTANT (Innovative Sensor for the fast Analysis of Nanoparticles in Selected Target Products) an der Entwicklung eines Sensors, der auch in komplexen Medien wie Milch oder Blut eine schnelle und kosten-effiziente Vermessung von Nanopartikeln ermöglicht. Optische und elektrochemische Verfahren sollen kombiniert werden, um die Eigenschaften solcher Partikel schnell zu klassifizieren und für die Teilchen charakteristische Größen zu ermitteln.

In Tübingen entwickeln das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie (Prof. Dr. Günter Gauglitz) der Universität und die Ausgründung „Biametrics“ innovative markierungsfreie Sensoren zum Nachweis biomolekularer Wechselwirkungen im Bereich Gesundheitskontrolle, Nahrungsmittelüberwachung und Umweltanalytik. Die dabei gewonnenen langjährigen Erfahrungen werden ein wesentlicher Bestandteil der Projektarbeiten sein.

In den vergangenen Jahren ist Nanotechnology zu einem Schwerpunkt in der Forschung geworden. Partikel haben in der Nanoskala (ein Nanometer ist ein Millionstel eines Millimeters) besondere Eigenschaften, die sie für eine breite Palette von Anwendungen prädestinieren. Allerdings stehen den Vorteilen der großen Oberfläche und veränderten Stoffeigenschaften unübersehbare Risiken gegenüber. Da sie in kosmetischen Produkten (Cremes, Sprays), in Textilien, in Nahrungsmitteln, in Getränken, in Verpackungsmaterialien und auch in Lacken und Anstrichen weit verbreitet sind, kommen wir täglich mit Nanopartikeln in Kontakt. Noch besteht keine Kennzeichnungspflicht, und die Wirkung auf lebende Organismus und die Umwelt ist unbekannt: Die Teilchen sind so klein, dass sie über die Lunge aufgenommen werden und über den Blutkreislauf bis ins Gehirn transportiert werden können.

Zwar beschäftigen sich schon europaweit wissenschaftliche Einrichtungen mit der Risikobewertung und die „European Food Safety Authority (EFSA)“ hat begonnen, Regularien für die Nutzung zu entwickeln. Jedoch sind die Eigenschaften der künstlichen Silber, Silikat, Titanoxid und Zinkoxid sowie einiger organischer Nanoteilchen weitgehend unbekannt in Abhängigkeit von Größe, Struktur und vor allem bei Besiedelung mit organischen Molekülen oder Biomolekülen. Der Sensor von „INSTANT“ soll dem abhelfen. Die EU fördert das Projekt mit 3,8 Millionen Euro, davon gehen eine Million Euro nach Tübingen. Das Projekt ist auch in die europäische Initiative „NanoSavetyCluster“ eingebunden, im Herbst sollen hier als weitere EU-geförderte Projekte SMART-NANO und NANODETECTOR integriert werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Günter Gauglitz
Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Physikalische und Theoretische Chemie
Telefon +49 7071 29-76927
guenter.gauglitz@ipc.uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.instant-nps.eu
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten
08.12.2016 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Herz-Bindegewebe unter Strom
08.12.2016 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops