Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Winter und die Fische

22.01.2010
Fischereibiologen des vTI untersuchen, wie sich die kalten Temperaturen auf den Fischnachwuchs in der Nordsee auswirken

Der derzeit herrschende "richtige" Winter führt dazu, dass die Nordsee nach mehreren milden Wintern in Folge wieder einmal vollständig auskühlt und "durchlüftet" wird. Die kräftige Abkühlung an der Oberfläche erzeugt in fast allen Nordseebereichen völlig durchmischte Wasserkörper mit optimaler Sauerstoffzufuhr bis zum Boden.

Das führt auch zu Veränderungen in den Zusammensetzungen der Fischartengemeinschaften. Das Fischereiforschungsschiff "Walther Herwig III" spürt diesen Einflüssen jetzt vor Ort nach.

Wie alljährlich zu dieser Zeit, ist das Schiff von Bremerhaven aus für gut vier Wochen zu einer Forschungsreise aufgebrochen, um in der zentralen und nördlichen Nordsee dem jüngsten Nachwuchs der Nutzfischarten nachzuspüren. Dr. Gerd Wegner vom Institut für Seefischerei des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Hamburg leitet die Reise.

Trotz des sicherlich zeitweise heftigen Seegangs hoffen die Wissenschaftler und Techniker auf dem Forschungsschiff, tagsüber insgesamt knapp 80 Hols ausführen und aufarbeiten zu können. Dabei werden alle gefangenen Fische nach Arten sortiert, gezählt, gemessen und gewogen. "Mit dem jeweiligen Geschlecht, dem Reife- und Gesundheitszustand sowie dem Alter ergeben sich persönliche Steckbriefe der Einzelfische", erläuterte Wegner vor dem Ablegen des Schiffes. "Nach dem Ende der Reise haben wir dann Tausende von Einzelfisch-Steckbriefen, mit denen wir auf die vorhandenen Mengen der Nutzfische schließen können." Im Blickpunkt der Forscher stehen vor allem Hering, Kabeljau, Makrele, Schellfisch, Seelachs, Sprotte, Stintdorsch, Wittling und deren Nachwuchs. Unter anderem auf diesen Zahlen beruhen die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), die der EU-Fischereirat in Brüssel als Grundlage heranzieht, um die künftig erlaubten Fangmengen der einzelnen Arten in der Nordsee festzusetzen. In diesem Jahr werden die Daten der Herwig-Reise zusätzlich intensiv betrachtet werden, um eventuell jetzt schon Auswirkungen des "Normalwinters" auf die Artenspektren zu erkennen.

Nicht nur tagsüber ist die Crew der Walther Herwig aktiv: Für die Nachtstunden sind insgesamt 160 Plankton- und Fischbrutfänge geplant. Vor allem die Zahlen der nur einige Millimeter großen Heringslarven sind von besonderem Interesse, da sie erste Hinweise auf die Größe des jüngsten Jahrganges des Nordseeherings und deren künftigen Fangaussichten geben.

Neben der Walther Herwig beteiligen sich weitere sechs Forschungsschiffe aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schottland und Schweden an diesem internationalen, vom ICES koordinierten Programm. Die alljährlich zu Jahresbeginn durchgeführten Untersuchungen decken die gesamte Nordsee ab, die Flotte soll rund 320 Hols mit Grundschleppnetzen und 640 Planktonfänge durchführen.

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de/de/aktuelles/forschungsreisen/default.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie