Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Sozialverhalten die Gesundheit beeinflusst

02.07.2014

DFG fördert Göttinger Forschergruppe mit rund 1,5 Millionen Euro

In der Forschergruppe mit dem Titel „Sozialität und Gesundheit bei Primaten“ untersuchen acht Wissenschaftler aus Göttingen, Berlin und Leipzig die Effekte des Gruppenlebens auf die Gesundheit von freilebenden Lemuren, Affen und Menschenaffen.


Berberaffenmutter mit Kind.

Foto: DPZ


Schopfmakaken beim Baden.

Foto: DPZ

Initiator und Sprecher der Forschergruppe ist der Verhaltensforscher Prof. Dr. Peter Kappeler, der eine Brückenprofessur an der Universität Göttingen und dem Deutschen Primatenzentrum (DPZ) innehat. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Projekt zunächst drei Jahre lang mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.

Die Wissenschaftler der Forschergruppe wollen untersuchen, wie sozialer Stress, Freundschaften und andere Aspekte des Sozialsystems die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und deren Übertragung beeinflussen. Zum Beispiel leben sozial gut integrierte Individuen bei Pavianen und Menschen gleichermaßen länger, wohingegen sozial gestresste oder isolierte Individuen kürzer leben und weniger Nachwuchs produzieren. Die physiologischen Mechanismen, die diese positiven oder negativen Effekte vermitteln, sind allerdings noch kaum erforscht.

Klinische Studien an Menschen haben gezeigt, dass Gesundheit eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der Interaktionen zwischen Sozialsystem und Lebenserwartung spielt. Allerdings ist noch nicht ausreichend bekannt, welche relative Bedeutung soziale Faktoren in diesem Kontext haben, wie genau soziale Rollen oder Positionen in sozialen Netzwerken Krankheitsanfälligkeit beeinflussen und wie sozialer Stress diese Zusammenhänge moduliert. Außerdem gibt es bislang erst wenige Daten darüber, wie welche sozialen Faktoren die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigen.

„Diese Untersuchungen bieten eine wichtige Möglichkeit, die Bedeutung sozialer Variablen für das Wohlbefinden und die Gesundheit genauer zu charakterisieren, da viele sozialen Variablen in klinischen Studien aus ethischen Gründen nicht direkt gemessen werden können“, erläutert Prof. Kappeler.

„Außerdem tragen die Projekte dieser Forschergruppe grundlegende Informationen zu Themen wie Stress und Gesundheit oder der Ausbreitung von Krankheitserregern bei, die beispielsweise für die Massentierhaltung oder die Übertragung von Krankheitserregern zwischen Mensch und Tieren auch ökonomische und naturschutzbiologische Relevanz besitzen.“

In sechs Forschungsprojekten untersuchen die Wissenschaftler des DPZ, der Universität Göttingen, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Robert-Koch-Instituts in Berlin, welche Effekte soziale Variablen wie beispielsweise Gruppengröße, Dominanzrang, soziale Unterstützung oder Paarungsstrategien auf verschiedene Aspekte und Indikatoren der Gesundheit haben.

Dazu untersuchen die Forscher unter anderem Stresshormone, Parasitenbelastung und physiologisches Gleichgewicht bei wilden Lemuren, Makaken, Pavianen, Gorillas und Schimpansen. Die Übertragung von infektiösen Pathogenen innerhalb und zwischen sozialen Einheiten stellt einen weiteren, ökologisch relevanten Aspekt der Interaktionen zwischen Sozialsystemen und Gesundheit dar, der in diesen Projekten ebenfalls untersucht wird.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Peter Kappeler
Georg-August-Universität Göttingen
Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie
Telefon (0551) 39-7317 oder 3851-284, Sekretariat 39-7323
E-Mail: pkappel@gwdg.de

Weitere Informationen:

http://www.dpz.eu/de/abteilung/verhaltensoekologie-und-soziobiologie/ueber-uns.h... Abteilung
http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=4837 Fotos

Thomas Richter | Georg-August-Universität Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält
22.05.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus
22.05.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie