Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wespe hilft im Kampf gegen Australiens gefährlichste Spinne

25.09.2012
Captain Cook’s Wespe hilft im Kampf gegen Australiens gefährlichste Spinne
Forscher aus dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart untersucht mit australischem Kollegen Killerwespen, die ein natürlicher Feind der gefährlichen Rotrückenspinne sind. Eine Forschungsarbeit wurde jetzt veröffentlicht.

Eine australische Wespe, die seit über 200 Jahren in Vergessenheit geraten war, wurde jetzt von einem deutsch-australischen Forscherteam als Gegenspieler der gefährlichsten australischen Spinne, der Rotrückenspinne („Red back“) identifiziert. Die Wespe (Agenioideus nigricornis) wurde 1775 vom dänischen Entomologen Johan Christian Fabricius beschrieben basierend auf Material, das während Captain Cook’s erster Umsegelung Australiens (1768-1771) gesammelt wurde. Die Biologie der Wespe konnte erst jetzt entschlüsselt werden.

Ein 9-jähriger Junge, Florian Irwin, fand die Redback-Killerwespe – so wird die Wespe inzwischen in Australien genannt - wie sie eine gelähmte Rotrückenspinne zu ihrem Nest trug. Florians Vater konnte sogar ein Foto von diesem Ereignis machen, und es gelang ihm, die Wespe als Beleg in die Sammlung des Westaustralischen Museums in Perth zu geben. Das Westaustralische Museum kontaktierte Dr. Lars Krogmann vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart und Prof. Andy Austin von der Universität Adelaide, die zusammen seit mehreren Jahren die Wespenfauna Australiens untersuchen.
Die beiden Wissenschaftler haben die australischen Arten der Gattung Agenioideus jetzt taxonomisch bearbeitet und ihre Ergebnisse in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift "Australian Journal of Entomology" veröffentlicht. Die Veröffentlichung findet weltweit Beachtung.

Mit knapp einem Zentimeter Körperlänge ist die Redback-Killerwespe nicht größer als ihre Beute. Sie sticht und lähmt die Rotrückenspinne und zieht sie zu ihrem Nest, wo die Wespe ein Ei auf die Spinne ablegt. Die Spinne bleibt am Leben, ist aber gelähmt. Nachdem die Larve aus dem Ei geschlüpft ist, frisst sie die paralysierte Rotrückenspinne auf. Die Rotrückenspinne gehört zur Gattung der Echten Witwen und ist in Australien weit verbreitet.
Ihr giftiger Biss ist gefürchtet. Es kommt jährlich in Australien zu 300-400 schweren Bissunfällen, die in seltenen Fällen sogar tödlich enden können. Die Redback-Killerwespe wird jetzt in Australien wegen ihrer nützlichen Biologie gefeiert. Wie groß ihr Einfluss auf die Spinnenpopulation ist, soll in weiteren Studien geklärt werden.

Wenn Sie zu diesem Forschungsprojekt weitere Hintergrundinformationen möchten, steht Ihnen Dr. Lars Krogmann gerne zur Verfügung.

Agenioideus nigricornis (Hymenoptera: Pompilidae) erbeutet eine Rotrückenspinne (Latrodectus hasselti) Foto: Florian und Peter Irwin

Kontakt: Dr. Lars Krogmann, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, Tel. 0049 – (0)711 – 89 36 – 219, E-Mail: lars.krogmann@smns-bw.de

Meike Rech | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-bw.de
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1440-6055.2011.00850.x/abstract

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie