Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Werkstoffe für den Photonenfang

14.02.2013
Brennstoff aus Wasser zu gewinnen, ist eine bestechender Gedanke, doch die Trennung in Wasser- und Sauerstoff kostet zunächst Energie.
Die Kraftstoffausbeute wächst, wenn beim Aufspalten die Sonne als Energiequelle zugeschaltet wird, und zwar umso mehr, je besser Katalysatoren die Strahlung verwerten. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dirk Guldi, Lehrstuhl für Physikalische Chemie I der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), ist maßgeblich am internationalen Projekt „Carinhyph“ beteiligt, das besonders geeignete Materialien für diesen Zweck entwickelt. Die Europäische Kommission hat dazu finanzielle Mittel in Höhe von insgesamt 2,88 Millionen Euro bewilligt.

Die Förderung wird aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union finanziert. Das Projekt mit der vollständigen Bezeichnung „Bottom-up fabrication of nano carbon-inorganic hybrid materials for photocatalytic hydrogen production“ ist auf drei Jahre angelegt. Das Erlanger Department Chemie und Pharmazie kooperiert dabei auf internationaler Ebene mit sechs wissenschaftlichen Partnerinstitutionen.

Die Konstrukteure der jüngsten Generation von Katalysatoren verzichten auf teure Edelmetalle und bauen vermehrt auf Kohlenstoff. Die Strukturen jedoch werden zunehmend verfeinert. Als Träger werden beispielsweise Nanoröhrchen oder der zweidimensionale Kristall Graphen gewählt. Stufe für Stufe, in hierarchischer Ordnung, entstehen aus dem Ausgangsmaterial Hybride, Kombinationen von organischen und anorganischen Bausteinen im Nanoformat. Die „Fremdlinge“ im Kohlenstoff-Gerüst verändern die Eigenschaften des Werkstoffs, verbessern etwa den Transport elektrischer Ladung und somit die photokatalytische Leistung. Um zu testen, wie sie funktionieren, sollen die Hybride außerdem in makroskopische Strukturen eingebaut werden.

Schematische Darstellung einer Ladungsübertragung an Hybridmaterialien: Die anorganischen Bausteine in den Nanokohlenstoffen verbessern den Transport elektrischer Ladung und somit die photokatalytische Leistung.

Bild: Lehrstuhl für Physikalische Chemie I der FAU

Das Projekt ist eine Forschungskooperation der FAU mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der University of Cambridge, Großbritannien, dem National Interuniversity Consortium of Materials Science and Technology, Italien, der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, Schweiz, sowie dem Madrid Institute for Advanced Studies of Materials, Spanien, als Koordinator und zwei Industriepartnern.

Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Dirk Guldi
Tel.: 09131/85–27340
dirk.guldi@chemie.uni-erlangen.de

Blandina Mangelkramer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wegbereiter für Vitamin A in Reis
21.07.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pharmakologie - Im Strom der Bläschen
21.07.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten