Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Rolle spielt die Umgebung der blutbildenden Stammzellen bei Leukämie und Lymphom?

23.10.2013
Neue DFG-Forschergruppe für Stammzellenforschung

Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe wird künftig die Untersuchung der Umgebung von blutbildenden Stammzellen vorantreiben.

Sprecher der Gruppe ist Privatdozent Dr. Robert Oostendorp von der III. Medizinischen Klinik für Hämatologie/Onkologie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. Ziel ist es, die unmittelbare Umgebung der Blutstammzellen im Knochenmark besser zu verstehen, um mit diesem Wissen Krankheiten des Blut- und Lymphsystems besser behandeln zu können.

Die DFG fördert die Gruppe mit 2,5 Millionen Euro zunächst für drei Jahre.

Dass Stammzellen, die für die Blutbildung verantwortlich sind, im Knochenmark vorkommen, ist bekannt. Wie wichtig auch ihre unmittelbare Umgebung, die so genannte hämatopoetische Nische, ist, wird jedoch erst seit kurzem genauer untersucht. Die Forscher vermuten, dass die Nische zwei wichtige Funktionen erfüllt: Zum einen gehen sie davon aus, dass die Blutstammzellen in der Nische ruhig gehalten werden und in Stresssituationen, wie bei Wunden oder Infektionen, aber auch bei Bestrahlungen oder Chemotherapie, vom Körper freigesetzt werden, um neues Blut zu bilden. Zum anderen nehmen sie an, dass eine kontinuierliche Freisetzung von Blutstammzellen Krebs verursachen könnte. Neue Blutzellen entstehen durch Zellteilung, bei jeder Teilung entstehen bis zu 1.000 Mutationen, von denen jedoch nur ein Teil repariert werden kann. Unreparierte Mutationen könnten langfristig Krebserkrankungen wie Leukämie oder Lymphome auslösen.

Während man inzwischen die meisten Bestandteile der Nische kennt, ist das Zusammenwirken der einzelnen Komponenten noch wenig erforscht. Die in der Forschergruppe gebündelte Expertise ermöglicht Untersuchungen, welche molekularen und zellulären Mechanismen die Blutstammzellen freisetzen und welche Bestandteile der Nische dabei eine zentrale Rolle spielen. Dazu werden genetische und molekulare Technologien und bildgebende Verfahren kombiniert. Die Forscher hoffen, dass Bluterkrankungen so langfristig besser behandelt werden können. Weiterhin soll das Verständnis auch anderer Stammzellen verbessert werden.

In dem Projekt ist ein Großteil der führenden deutschen Nischenforscher an den Standorten München, Freiburg, Dresden und Heidelberg vereint.

Sprecher der Forschungsgruppe ist Privatdozent Dr. Robert Oostendorp, III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Ko-Sprecher ist Dr. Matthias Kieslinger vom Institut für klinische Molekularbiologie am Helmholtzzentrum München.

Beteiligte Partner sind:
• Dr. Christine Dierks (I. Medizinische Klinik, Universitätsklinik, Freiburg)
• Prof. Dr. Justus Duyster (I. Medizinische Klinik, Universitätsklinik Freiburg)
• Dr. Marieke Essers (Institut Für Stammzellforschung, DKFZ, Heidelberg)
• Dr. Florian Gärtner (I. Medizinische Klinik, Klinikum Großhadern, LMU, München)
• PD Dr. Katharina Götze (III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar der TU München)
• Prof. Dr. Steffen Massberg (I. Medizinische Klinik, Klinikum Großhadern, LMU, München)
• PD Dr. Ingo Ringshausen (III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar der TU München)
• Prof. Dr. Andreas Trumpp (Institut für Stammzellforschung, DKFZ, Heidelberg)
• Dr. Claudia Waskow (DFG-Zentrum für Regenerative Therapie (CRTD), Dresden)

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mri.tum.de/pressemeldungen/neue-dfg-forschergruppe-f%C3%BCr-stammzellforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kontinentalrand mit Leckage
27.03.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht Neuen molekularen Botenstoff bei Lebererkrankungen entdeckt
27.03.2017 | Universitätsmedizin Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE