Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie weiß die Wäsche wirklich wird: Forscher untersuchen Waschmittelenzyme mit Terahertz-Strahlung

07.02.2011
Kooperation zwischen ACC-THz der RUB und Henkel

Um ohne aufwändige empirische Tests herauszufinden, wie gut ein Waschmittelenzym seinen Job in der Waschmaschine erledigt, untersuchen Chemiker der Ruhr-Universität solche Enzyme im Auftrag der Firma Henkel AG & Co KGaA mit Terahertz-Strahlung.

Die Strahlung erlaubt es, die schwachen Bindungen zwischen Enzymen und dem sie umgebenden Wasser zu beobachten. „Es könnte sein, dass zwischen diesen Wechselwirkungen und der Effizienz eines Enzyms in der Waschmaschine eine Übereinstimmung besteht“, so Dr. Jens Soetebier, Geschäftsführer des Applied Competence Clusters (ACC) Terahertz.

Bisher gab es keine Methode vorherzusagen, wie gut ein Enzym tatsächlich Schmutz aus der Kleidung entfernt.

Kleine Helfer gegen Schmutz

Damit die Wäsche sauber aus der Maschine kommt, braucht es eine ganze Menge kleiner Helfer: Waschmittel enthalten unter anderem Enzyme, die sich während der Waschgangs arbeitsteilig am Schmutz zu schaffen machen. Die vier wichtigsten sind: Cellulasen, die Cellulose zu Zucker abbauen, Amylasen, die wiederum Zucker zerlegen, Lipasen, die Fette und Proteasen, die Eiweiße zerlegen. Waschmittelhersteller arbeiten stets daran, die Enzyme zu verbessern, sodass sie ihren Job noch effizienter erledigen. Ob sie es dann aber wirklich tun, kann zurzeit nur die empirische Untersuchung zeigen. Analysen der Enzymstruktur und ihres Verhaltens außerhalb der Waschmaschine sind dafür nicht aussagekräftig.

Wie Enzyme ihre Umgebung beeinflussen

Daher beschreiten Henkel und die Chemiker der RUB jetzt einen neuen Weg. Sie wollen die Waschmittelenzyme mit Terahertz (THz)-Strahlung untersuchen. Diese Strahlung erlaubt es den Forschern zu sehen, wie ein Enzym mit seiner Umgebung interagiert, vor allem mit dem umgebenden Wasser. So konnten die RUB-Forscher mit THz schon zeigen, dass Enzyme die Wassermoleküle in ihrer Umgebung „auf Linie“ bringen. Sie tanzen dann nicht mehr völlig chaotisch, wie wenn sie unter sich sind, sondern bewegen sich in geordneteren Bahnen. Unterschiedliche Enzyme haben dabei einen verschieden weit reichenden Einfluss auf ihre Umgebung.

Vorsortieren, für welches Enzym sich ein empirischer Test lohnt

„Es könnte sein, dass sich zwischen dem Einfluss des Enzyms auf das umgebende Wasser und seiner Waschwirkung eine Korrelation herausstellt“, meint Dr. Soetebier. Sollte das so sein, dann könnte sich die Firma Henkel künftig vielleicht aufwändige empirische Tests neuer Enzyme ersparen und per THz erst einmal vorsortieren, bei welchen Enzymen sich ein Test lohnt. Um herauszufinden, ob ein solcher Zusammenhang besteht, arbeiten Henkel und die Forscher vom ACC Terahertz zunächst für sechs Monate zusammen, in denen sie eine bestimmte Protease unter die THz-Lupe nehmen wollen, anhand derer sie die Rahmenbedingungen für THz-Beobachtungen bestimmen wollen.

Weitere Informationen

Dr. Jens Soetebier, ACC-Terahertz, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27267, jens.soetebier@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/acc/terahertz/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Reize auf dem Weg ins Bewusstsein versickern
22.09.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lebendiges Gewebe aus dem Drucker
22.09.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie