Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Walvorkommen in der Antarktis

06.12.2011
TiHo-Wissenschaftler mit der Polarstern auf Forschungsreise

Am vergangenen Wochenende sind zwei Mitarbeiter des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover zu einer einmonatigen Expedition in die Antarktis aufgebrochen.

An Bord des Forschungsschiffs Polarstern werden sie fünf Wochen Daten erheben, die Auskunft über das Vorkommen und die Verteilung von Walen in der Antarktis geben. Linn Sophia Lehnert und Cornelia Schmidt werden sich während ihrer Forschungsreise besonders auf die Verteilung Antarktischer Zwergwale, die bis heute stark bejagt werden, konzentrieren. Verlässliche Daten zur Populationsabschätzung sind die Grundlage für den Schutz der Tiere.

Zum Team gehören außer den ITAW-Mitarbeitern zwei Wissenschaftler des niederländischen Meeresforschungsinstituts IMARES der Universität Wageningen: Hans Verdaat und Steve Geelhoed, sowie Dr. Kristina Lehnert vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht und zwei Mitarbeiter des South African Institute for Aquatic Biodiversity: Dr. Stephanie Plön und Ian Gray. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördert und steht unter der Leitung von PD Dr. Ursula Siebert, Leiterin des ITAW.

Das ITAW-Team fährt zum vierten Mal mit der Polarstern in die Antarktis, um Daten zum Walvorkommen zu erheben. Dazu werden sie, soweit die Wetterlage es erlaubt, täglich in 27 Meter Höhe, vom Krähennest des Schiffes, nach Walen Ausschau halten und so oft wie möglich mit den bordeigenen Helikoptern Zählflüge in die weitere Umgebung des Schiffes unternehmen. Alle Walsichtungen werden die Forscher positionsgenau und zusammen mit relevanten Umweltparametern, wie etwa dem Grad der Eisbedeckung, festhalten. Diese Daten sollen, zusammen mit Daten die auf vorigen Reisen erhoben wurden, zur Bestimmung der Verteilung und Dichte von Walen in der Antarktis beitragen – Informationen, die zum Schutz der Tiere von großer Bedeutung sind. Insgesamt ist nur wenig über die Verteilung von Walen in der Antarktis, und besonders im Packeis, bekannt, da nur sehr wenige Schiffe so tief wie die Polarstern ins Eis vordringen können. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie auf der Reise mit einiger Sicherheit Antarktische Zwergwale, Buckelwale und Finnwale beobachten werden. Auf vorigen Reisen haben sie zudem verschiedene Schnabelwalarten, Pottwale, Seiwale, Schwertwale und im vergangenen Jahr sogar einen Blauwal gesichtet.

Das Schiff hat am 3. Dezember in Kapstadt abgelegt und wird am 5. Januar 2012 dorthin zurückkehren. An Bord befinden sich neben den TiHo-Mitarbeitern weitere Wissenschaftlerteams mit unterschiedlichen Forschungsabsichten. Sie untersuchen unter anderem das Strömungssystem des Antarktischen Zirkumpolarstroms, verschiedene Planktonarten, das Vorkommen von Seevögeln sowie ein automatisiertes Detektionssystem für Wale. Es werden Wasserproben genommen und physikalische Messungen gemacht, Messsysteme auf dem Meeresboden verankert und andere, die vor Jahren ausgebracht wurden, wieder aufgenommen. Ein Schwerpunkt dieser Expedition ist zudem die Versorgung der deutschen Neumayer-Station auf dem antarktischen Schelfeis. Die Station wird voraussichtlich am 19. oder 20. Dezember erreicht. Die Versorgung wird zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen.

Die Polarstern ist gegenwärtig das leistungsfähigste Polarforschungsschiff der Welt. Sie kann bei Außentemperaturen bis zu minus 50 Grad Celsius arbeiten und gegebenenfalls im Eis der polaren Meere überwintern. Das Schiff ist in der Lage 1,5 Meter dickes Eis mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 Knoten zu durchfahren, dickeres Eis muss durch Rammen gebrochen werden. Der doppelwandige Forschungseisbrecher wird vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betrieben und hat seit 1982 über fünfzig Expeditionen in Arktis und Antarktis durchgeführt. Das Schiff bietet Platz für 44 Mann Besatzung sowie 50 Wissenschaftler und Techniker.

Kontakt
Dr. Helena Herr
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung
Tel.: +49 40 180 88 286
helena.herr@tiho-hannover.de

Sonja von Brethorst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tiho-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu
05.12.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen
05.12.2016 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten