Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorteil für die Kleinen - Klimawandel beeinflusst die Größe mariner Organismen

23.07.2009
Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel steigt, Tierarten erobern neue Lebensräume.

Die Erwärmung des Erdklimas hat viele Folgen. Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) haben jetzt zusammen mit französischen Kollegen nachgewiesen, dass der Klimawandel auch die Größe von Organismen beeinflusst. Die entsprechende Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der renommierten US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Schon länger beobachten Wissenschaftler biologische Auswirkungen des Klimawandels. Eines der bekanntesten Symptome ist die Verlagerung von Lebensräumen weg vom Äquator in Richtung Norden beziehungsweise Süden. Doch neuere Studien zeigen, dass nicht nur der Lebensraum, sondern auch die Größe von Organismen sich bei wandelnden Umweltbedingungen verändert. Dr. Martin Daufresne vom HYAX Lake Ecosystem Laboratory in Aix-en-Provence, Frankreich, sowie Prof. Ulrich Sommer und Dr. Kathrin Lengfellner vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) haben jetzt nachgewiesen, dass die Klimaerwärmung zu kleineren Körpergrößen von Organismen in den Ozeanen, aber auch im Süßwasser führt. Dieser Trend wurde bei einer Reihe von sehr unterschiedlichen Organismen festgestellt: bei Bakterien, Planktonalgen, Zooplankton und Fischen in der Nord- und Ostsee sowie in französischen Flüssen.

Dabei sind mehrere, einander ergänzende Mechanismen wirksam:
Zum einen nimmt der Anteil größerer Arten ab, der Anteil kleinerer Arten nimmt zu. Zum anderen nimmt der Anteil kleiner Jugendstadien innerhalb einer Art zu. Darüber hinaus erreichen die Tiere ihre Geschlechtsreife bereits bei geringeren Körpergrößen.

"Das hat Auswirkungen auf das Funktionieren des gesamten Ökosystems, da die Körpergröße von Organismen ausschlaggebend dafür ist, was sie fressen können und von wem sie gefressen werden. Wenn es bei den Fischen eine starke Verschiebung zu kleineren Arten und Individuen gibt, bedeutet das, dass von den Fischen selbst weniger andere Fische und mehr Kleinlebewesen des Zooplanktons gefressen werden. Die Verminderung des Zooplanktons kann dann den Weg für massive und teilweise unangenehme Algenblüten bereiten. Außerdem sinkt natürlich der wirtschaftliche Wert des Fischfangs, wenn die Fische kleiner werden", erläutert Prof. Sommer.

Die Bakterien, Algen und Zooplankton-Tiere wurden bei Experimenten mit Ostseeplankton im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms AQUASHIFT untersucht. Die Ergebnisse zu den Größen der Fische beruhen auf der Auswertung von langjährigen Messungen in Nordsee, Ostsee sowie in französischen Flüssen.

Dr. Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=1985

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise