Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vildagliptin vermehrt die Betazellmasse

14.01.2011
Betazellen sind Insulin produzierende Zellen. Insulin ist notwendig, um den Zuckerhaushalt im Körper zu regulieren. Funktioniert diese Regulation nicht, liegt die Erkrankung Diabetes vor. Untersuchungen im Tiermodell zeigten, dass der Wirkstoff Vildagliptin die Betazellmasse vermehrt. Auch die PINGUIN-Studie setzt auf den Wirkstoff Vildagliptin. Bei PINGUIN (Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie) bekommen Insulin pflichtige Schwangerschaftsdiabetikerinnen zur Vorbeugung von Typ-2-Diabetes Vildagliptin oder Placebo.

Im Rahmen der neuen Untersuchungen erhielten neu geborene Ratten den Wirkstoff Vildagliptin oder Placebo einmal täglich an 19 aufeinander folgenden Tagen. Die Behandlung begann am zweiten Tag nach der Geburt. Am Tag sieben der Behandlung konnten die Wissenschaftler feststellen, dass das Betazellwachstum unter Vildagliptin um das Achtfache zugenommen hatte und der Betazelluntergang gleichzeitig rückläufig war.

Am Tag 21 der Behandlung beobachteten die Wissenschaftler, dass Vildagliptin im Gegensatz zur Behandlung mit dem Placebo die Betazellmasse um das Doppelte vermehrt hatte. Am Tag 33, zwölf Tage nach Ende der Behandlung mit Vildagliptin, waren noch 90 Prozent der vermehrten Betazellmasse bei den Ratten aus der Wirkstoffgruppe vorhanden. Die Wissenschaftler konnten mit ihren Untersuchungen belegen, dass Vildagliptin die Betazellmasse vermehrt, indem es den Zelltod der Betazellen reduziert und dazu anregt, dass sich die Betazellmasse schneller reproduziert.

Deshalb resümieren die Wissenschaftler um Alokesh Duttaroy aus den USA in ihrer Publikation, dass Vildagliptin auch zur Prävention von Typ-2-Diabetes potentiell geeignet ist.

Diese Prävention von Typ-2-Diabetes mit dem Wirkstoff Vildagliptin nach einem Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes ist Ziel der PINGUIN-Studie. Frauen mit Insulin behandeltem Schwangerschaftsdiabetes haben ein stark erhöhtes Risiko an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Etwa 60 Prozent der Frauen entwickeln, innerhalb von drei Jahren nach Entbindung, diese Erkrankung.

Vildagliptin ist bereits seit dem Jahr 2007 für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Das Medikament ist ein DPP-4-Hemmer, der den Abbau des körpereigenen Hormons Glucagon-like-peptide 1 (GLP-1) hemmt und so nahrungsabhängig die körpereigene Insulinausschüttung verstärkt. Damit bewirkt Vildagliptin eine ausgeglichenere Zuckerstoffwechsellage bei Typ-2-Diabetikern. Die neuen tierexperimentellen Daten unterstreichen, dass sich Vildagliptin auch dazu eignet, Typ-2-Diabetes vorzubeugen und unterstützen somit das Modell der PINGUIN-Studie.

Die PINGUIN-Studie sucht noch weitere Teilnehmerinnen, die einen Typ-2-Diabetes vorbeugen und von regelmäßigen Untersuchungen und einer zusätzlichen Ernährungs- und Lebensstilberatung profitieren möchten.

Teilnehmen können Frauen, die

• während ihrer letzten Schwangerschaft einen Insulin behandelten Schwangerschaftsdiabetes hatten,

• bereits abgestillt haben und die Entbindung nicht länger als neun Monate zurückliegt und

• mindestens 18 Jahre alt sind.

Interessierte Frauen oder Ärzte, die die PINGUIN-Studie unterstützen möchten, wenden sich bitte an die

Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München
Leitung Prof. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1, 80804 München
Telefon: 089/ 3068 2917
E-Mail: pinguin@lrz.uni-muenchen.de
Weitere Informationen: http://www.pinguin-studie.de
Quelle: Duttaroy A et al, The DPP-4 inhibitor vildagliptin increases pancreatic beta cell mass in neonatal rats. Eur J Pharmacol. 2010 Nov 9. [Epub ahead of print]
Pressekontakt:
Christine Huber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschergruppe Diabetes
der Technischen Universität München
Leitung: Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1, 80804 München
Tel. 089/ 3187 2547
E-Mail: christine.huber@lrz.uni-muenchen.de

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.pinguin-studie.de
http://www.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten