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Verwandtschaftsverhältnisse in der Zellbiologie neu aufgerollt

13.06.2013
Wegweisende Erkenntnisse zum Verwandtschaftsgrad verschiedener Vorläuferzellen menschlicher Blutstammzellen konnten jetzt Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) einer internationalen Öffentlichkeit vorstellen.

Die renommierte Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlichte die jüngsten Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Dr. Bernd Giebel aus dem Institut für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Essen.

Blutbildende Stammzellen sind für die gesamte Zellneubildung des Blutes einschließlich des Abwehrsystems verantwortlich. Aus den Stammzellen entstehen zunächst Vorläuferzellen, die sich einem Stammbaum gemäß in zwei getrennte Entwicklungswege aufteilen. Traditionell unterscheidet man den Zweig der Lymphozyten und den der Myelozyten, zu dem auch die Zellen der roten Blutreihe gehören.

In ihrer soeben veröffentlichten Arbeit untersuchte die AG Giebel mit Hilfe eines Stammzellmarkers den Verwandtschaftsgrad verschiedener humaner Vorläuferzellen zueinander. Dr. Giebel: „Überraschenderweise zeigten funktionelle Analysen, dass es andere Verwandtschaftsverhältnisse gibt, als bisher angenommen. Wir fanden heraus, das die myeloischen Vorläuferzellen, die als Granulozyten-Makrophagen Progenitoren bezeichnet werden, nicht wie bislang angenommen alle drei Arten von Granulozyten hervorbringen, sondern nur neutrophile Granulozyten.“

Außerdem sind diese Vorläufer eindeutig dem lymphatischen Entwicklungszweig zuzuordnen. Ihr Verwandtschaftsgrad zu den übrigen myeloischen Zellen ist somit deutlich entfernter als bislang angenommen, so Giebel. Aus den neuen Ergebnissen formulierte die AG ein neues hämatopoetisches Modell, das auch die seit längerem angenommene Existenz gemeinsamer myeloischer Vorläuferzellen verneint.

Weitere Informationen:
• Dr. Bernd Giebel, Tel. 0201 / 723-4204, bernd.giebel@uk-essen.de
• http://www.uk-essen.de/transfusionsmedizin/forschung/ag-giebel
• http://dx.doi.org/10.1016/j.celrep.2013.04.025

• Pressekontakt am Universitätsklinikum Essen:
Burkhard Büscher, Tel. 02 01 / 723-2115, burkhard.buescher@uk-essen.de
Kristina Gronwald, Tel. 02 01 / 723-3683, kristina.gronwald@uk-essen.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-essen.de

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