Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserter Wirkstofftransport hilft, unerwünschte Nebenwirkungen bei der Chemotherapie zu verringern

21.10.2010
„Ein Nano-Schritt in Richtung wirkungsvollerer Therapien“

Brustkrebspatientinnen haben während einer Chemotherapie mit erheblichen Nebenwirkungen zu kämpfen. Diese reichen von Übelkeit und Erbrechen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen.

Einige schwere Nebenwirkungen werden jedoch nicht vom eigentlichen Wirkstoff, sondern von Hilfsstoffen verursacht, die den Wirkstoff lösen und im Körper transportieren, so dass er die Krebszellen überhaupt erreichen kann. Das Problem ist, dass besonders wirksame Anti-Krebsmittel kaum wasserlöslich sind und daher nicht effektiv für eine Chemotherapie eingesetzt werden können.

Seit einiger Zeit wird in der Arbeitsgruppe um Prof. Rainer Jordan an der TU Dresden an genau diesem Problem geforscht. In enger Zusammenarbeit mit einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe ist es den Forschern nun gelungen, ein spezielles Polymer zu entwickeln, dass ohne weitere Zusätze die Wirkstoffe in einem „Nano-Container“ löst und ihren Einsatz in der Chemotherapie ermöglichen kann.

„Wir waren sehr überrascht, wie gut dieses neue Polymer besonders sehr unlösliche Wirkstoffe aufnimmt“, kommentiert Dr. Robert Luxenhofer, der in beiden Gruppen forscht, die Ergebnisse. „Unsere Untersuchungen mit der Universität Nebraska zeigen auch, dass ungewöhnlich große Wirkstoffmengen gelöst werden können – deutlich besser als die bisher auf dem Markt verfügbaren Medikamente.“

„Unsere bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend“, ergänzt Prof. Jordan. „Bis zu einem neuen Medikament haben wir aber noch einen langen Weg vor uns.“ Als nächstes wollen die Dresdner Forscher den zielgerichteten Wirkstofftransport genauer unter die Lupe nehmen. Ziel ist es, besonders aggressive Brustkrebsformen besser behandeln zu können. Ungefähr ein Drittel der Patientinnen mit aggressivem Brustkrebs ist mit den bisherigen Chemotherapien gar nicht behandelbar; der Krebs entwickelt eine Wirkstoffresistenz. „Hier könnten wir in Zukunft mit Hilfe der Polymere den Krebs zielgerichteter bekämpfen“, meint Jordan.

Beide Arbeitsgruppen werden nun durch das US-amerikanische „National Cancer Institute“ im Rahmen der „Alliance for Nanotechnology in Cancer“ gefördert. Mit weiteren US-Partnern sollen weitere Wirkstoff-Polymer-Kombinationen sowie ein zielgerichteter Wirkstofftransport entwickelt werden. Hierfür erhält das

Forschungskonsortium für die nächsten fünf Jahre insgesamt 2,2 Mio. US$, die Dresdner-Gruppe allein ca. 650.000 US$.

Ihre Ergebnisse haben die Arbeitsgruppen aus Dresden und Nebraska in der Zeitschrift „Biomaterials“ gemeinsam veröffentlicht.

Informationen für Journalisten:
Prof. Rainer Jordan
Tel. 0351 463-37676
E-Mail: rainer.jordan@tu-dresden.de
Fachartikel:
R. Luxenhofer, A. Schulz, C. Roques, S. Li, T. K. Bronich, E. V. Batrakova, R. Jordan & A. V. Kabanov. Doubly-Amphiphilic Poly(2-oxazoline)s as High-Capacity Delivery Systems for Hydrophobic Drugs. Biomaterials 2010 (31) 4972-4979

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Live-Verfolgung in der Zelle: Biologische Fussfessel für Proteine
19.06.2018 | Universität Basel

nachricht Tag it EASI - neue Methode zur genauen Proteinbestimmung
19.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

New material for splitting water

19.06.2018 | Physics and Astronomy

Cementless fly ash binder makes concrete 'green'

19.06.2018 | Materials Sciences

Overdosing on Calcium

19.06.2018 | Health and Medicine

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics