Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchung der Kalkbildung bei Meeresbewohnern

10.10.2008
Ein neues EU-finanziertes Projekt soll untersuchen, wie marine Organismen Schalen, Skelette und andere Strukturen aus Kalk wie beispielsweise Korallenriffe bilden. Die Forschungsarbeit wird sich auf die Folgen der Umweltveränderungen auf den Kalkbildungsprozess konzentrieren.

Das CALMARO-Projekt ("Calcification by marine organisms") wird mit 2,7 Millionen Euro unter dem spezifischen Programm "Menschen" des Siebten Rahmenprogramms (RP7) finanziert und führt 13 Forschungsinstitute und vier Privatunternehmen in acht Nationen zusammen.

Während der vierjährigen Laufzeit dieses Ausbildungsnetzwerks werden zwölf Biologen, Chemiker und Geowissenschaftler, die gerade am Anfang ihrer Forscherlaufbahn stehen, die Kalkbildung bei einer Reihe von Meeresbewohnern und den Einfluss von Faktoren wie dem Anstieg von Temperatur und Säuregehalt auf diesen Prozess untersuchen.

Kalk (oder Kalziumkarbonat) ist eine der wichtigsten Substanzen in der Natur, da aus diesem Knochen, Schalen und Korallenriffe gebildet werden. Umweltfaktoren wie Temperatur und pH-Wert (Säuregehalt) beeinflussen die Fähigkeit mariner Organismen, Kalk zu bilden. Derzeit nimmt der Säuregehalt der Ozeane aufgrund steigender CO2-Werte (Kohlendioxid) zu, während Prognosen zum Klimawandel darauf hinweisen, dass die Meerestemperaturen in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich ansteigen werden.

"Das Netzwerk bietet Nachwuchswissenschaftlern eine Basis für einen erfolgreichen Karrierestart dank der international vernetzten Ausbildung", erklärte Projektkoordinatorin Dr. Nicole Schmidt vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel, Deutschland. "Die Betreuer kommen immer aus einem anderen Land als der Nachwuchs. So lernen die jungen Forscher und Forscherinnen gleich mehrere Institute kennen."

Darüber hinaus bedeutet die Beteiligung von vier kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an dem Netzwerk, dass die Nachwuchsforscher die Gelegenheit erhalten, einige der praktischen Anwendungen der Meeresforschung zu sehen, beispielsweise in einer Austernfarm, einem Aquakulturunternehmen oder in Firmen, die sich mit Küsten-Consulting und der Herstellung von CO2-Analysegeräten beschäftigen.

"So lernen die Teilnehmer, dass ein akademisch spannendes Thema auch eine große praktische Bedeutung für die Zukunft hat", so Dr. Schmidt.

Im Rahmen des CALMARO-Projekts werden die jungen Wissenschaftler die Kalkbildung auf verschiedenen Ebenen studieren. Auf zellulärer Ebene werden sie die Gene und Proteine untersuchen, die an der Kalkbildung beteiligt sind. Andere Studien werden sich auf die Auswirkungen des Säuregehalts auf das Korallenwachstum sowie auf die Schalenbildungsfähigkeit von Austern konzentrieren. Andernorts werden Forscher untersuchen, wie die Versauerung der Ozeane sich auf die Jäger-Beute-Beziehung auswirken wird, da viele Organismen Kalkstrukturen (wie Schalen) zum Schutz oder, im Fall von Krallen, zum Jagen benutzen. Auch regionalen Unterschieden werden Studien gewidmet sein.

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/research/mariecurieactions/
http://cordis.europa.eu/fp7/people/home_de.html
http://www.calmaro.eu/

Weitere Berichte zu: CALMARO-Projekt Kalk Kalkbildung Korallenriff Meeresbewohner Ozean Schalen Säuregehalt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie