Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die unsichtbare „Schwangerschaft“ der Rehe

23.08.2011
Die Deutsche Wildtier Stiftung erklärt das Phänomen trächtiger Ricken und der Keimruhe

Das Liebesspiel der Rehe findet jetzt allmählich ein Ende. Die Böcke sind in den letzten Augusttagen schon uninteressiert am Liebesspiel, viele Ricken sind bereits trächtig.

„Doch bis das weißgetupfte Kitz geboren wird, vergehen viele Monate: Der Nachwuchs bei Familie Reh kommt nämlich erst im Mai nächsten Jahres zur Welt“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Ursache ist ein kleines Wunder der Natur: Obwohl die Ricke im Sommer befruchtet wurde, beginnt der Embryo sich erst im Winter zu entwickeln.“ Dieses Phänomen der verlängerten Tragzeit nennen Experten Keimruhe. Es ist ein Trick der Natur, um die Überlebenschance der Kitze zu erhöhen.

Wie funktioniert diese Keimruhe? Nach der Befruchtung teilt sich die Eizelle zunächst zwar, aber dann wird die Keimblase nicht viel größer als einen Millimeter. Denn die Keimruhe hat eingesetzt - die Eizelle entwickelt sie sich in den nächsten 18 Wochen kaum weiter.

„Die Ricke trägt also über Monate eine befruchtete Eizelle in ihrem Körper, ohne dass der Embryo weiterwächst“, sagt Goris. Die energiezehrende Zeit der Paarung liegt im Hochsommer, da nun noch ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. Die eigentliche Entwicklung des Nachwuchses erfolgt dagegen erst ab Dezember.

Durch diese Pause von zirka viereinhalb Monaten wird die Geburt der Rehkitze nach 285 Tagen in eine vorteilhafte Jahreszeit verschoben. Kämen die Kitze im Winter auf die Welt, wäre es viel zu kalt. Außerdem gibt es für den Nachwuchs nicht genug zu fressen. Im Mai sind dann die Aufzuchtbedingungen in der von sattem Grün strotzenden Natur wieder optimal – und das Kitz kann wachsen und gedeihen.

Das Prinzip der Keimruhe ist nicht nur bei Rehen bekannt. Auch Dachse, Marder, Seehunde und Fischotter nutzen diesen „Trick der Natur“, um dem Nachwuchs bei der Geburt perfekte Bedingungen zu bieten.

Weitere Informationen:
Kostenloses Bildmaterial: www.Presse.DeutscheWildtierStiftung.de
Pressekontakt Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg, Telefon 040 73339-1874

Eva Goris | Deutsche Wildtier Stiftung
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Weitere Berichte zu: Eizelle Embryo Heimische Wildtiere Keimruhe Kitz Liebesspiel Ricken

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geteiltes Denken ist doppeltes Denken
19.01.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie