Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unbemerkten Keimen auf der Spur

22.11.2013
Studie zu multiresistenten Erregern startet in Braunschweig

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) suchen ab dem 25. November nach Teilnehmern für eine Gesundheitsstudie. Dazu schreiben sie 1.000 zufällig ausgewählte Braunschweiger Bürger an.

Die Forscher wollen herausfinden, wie häufig der Erreger Staphylococcus aureus unbemerkt in der Bevölkerung vorkommt, wie oft der Keim resistent gegen Antibiotika ist und was die Risikofaktoren für eine Besiedelung in der Nasenschleimhaut sind. Darüber hinaus soll auch die Übertragung von Staphylokokken auf Mitbewohner und Familienmitglieder untersucht werden.

Staphylococcus aureus ist ein weitverbreiteter Keim, der in erster Linie den Nasen- und Rachenraum besiedelt. Jedoch bleibt er häufig unentdeckt, ist zumeist harmlos. Probleme gibt es nur, wenn der Erreger ins Körperinnere gelangt. Dann kann er verschiedene Infektionen auslösen. Diese können von Hautentzündungen bis zur Lungenentzündung oder im schlimmsten Fall sogar einer tödlichen Blutvergiftung reichen.

Die HZI-Wissenschaftler der Abteilung Epidemiologie wollen vor allem die Verbreitung des „Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus“, kurz MRSA, untersuchen, eines Stammes, der auf besondere Weise resistent gegen Antibiotika und somit schwer behandelbar ist. „Wir versprechen uns von der Studie belastbare Daten über die Häufigkeit von MRSA in der Allgemeinbevölkerung und den damit verbundenen Risikofaktoren und molekularen Hintergründen", sagt Prof. Gérard Krause, der Leiter der Abteilung Epidemiologie am HZI.

Bereits im Juni 2012 führten Epidemiologen des HZI eine ähnliche Studie durch. Im Unterschied dazu werden in der jetzigen Untersuchung alle Personen eines angeschriebenen Haushaltes eingeladen, daran teilzunehmen. Dadurch erhoffen sich die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Übertragung des Erregers innerhalb eines Haushaltes.

Um an der jetzt beginnenden Studie teilzunehmen, müssen die angeschriebenen Braunschweiger lediglich einen Fragebogen ausfüllen, sich selbst zwei Nasenabstriche entnehmen und beides per Post an das HZI schicken. Der Aufwand ist also gering, die Ergebnisse dafür umso spannender, wie Krause erklärt: „Eine repräsentative Studie zu diesem Thema in der allgemeinen Bevölkerung ist in Deutschland einzigartig“.

Am Ende der Untersuchung im März 2014 können die Teilnehmer auf Wunsch die Ergebnisse ihres Abstriches einsehen und erfahren, ob sie Träger von Staphylokokken sind - und wenn ja, ob es sich um multiresistente Erreger handelt.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI):

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.

http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/ansicht/article/complete/
unbemerkten_keimen_auf_der_spur/
- Diese Pressemitteilung auf der Internetseite des HZI

Rebecca Winkels | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie