Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltschonend: Algen reinigen unsere Luft - Bioverfahrenstechnik-Studierende präsentieren Projekte

12.01.2012
Studierende des Bachelor-Studiengangs Bioverfahrenstechnik an der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM) haben verschiedene Produkte mittels biologischer Systeme wie Bakterien oder Pilze hergestellt.

Die 52 Student(inn)en präsentieren die Ergebnisse der vier Projekte am 16. Januar 2012 an der FH Frankfurt. Themen: Produktion von Biogas, Entwicklung eines Verfahrens, um Meerwasser zu entsalzen, Herstellung eines biologisch abbaubaren Kunststoffs aus Milch sowie von verschiedenen Produkten aus dem gesundheitsfördernden Shiitake-Pilz.

Aus dem zunächst angedachten Teilbereich der Reinigung von Biogas durch den Einsatz von Algen entstand ein Verfahren zur Reinigung der Luft: 13 Studierende reinigten mithilfe von Algen und Sonnenlicht die Umgebungsluft von dem schädlichen Treibhausgas CO2. Abschließend flossen die Untersuchungsergebnisse in ein Konzept zur Biogas-Erzeugung und Luftreinigung für ein Einfamilienhaus ein. Die Grundidee der Teilnehmer(innen) des Projekts „Biogas-Erzeugung“ war der Einsatz einer Biogas-Anlage für den private Haushalte oder Schrebergärten.

In Biogasanlagen können Abfälle vergoren werden, durch die Biogas, ein brennbares Gas, entsteht. Dieses kann zur Erzeugung von elektrischer Energie eingesetzt werden. Die Studierenden sollten die Funktionsweise und den sicheren Betrieb einer solchen Kleinstanlage ermitteln.

Anlässlich der zunehmenden Wasserknappheit auf der Welt beschäftigte sich die zweite Projektgruppe mit den unterschiedlichen Methoden zur Meerwasserentsalzung. „Das am häufigsten eingesetzte Verfahren der Umkehrosmose presst mit hohem Druck Meerwasser durch einen Filter, um das Salz vom Wasser zu trennen. Da dieses Verfahren sehr energieaufwändig ist, lag der Schwerpunkt der Aufgabenstellung auf einer nachhaltigen und umweltschonenden Produktionsweise“, erklärt Prof. Dr. Lothar Billmann vom Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften der FH FFM. 13 Studierende realisierten eine solarbetriebene Anlage und erprobten diese, indem sie das Wasser mit gebündeltem Licht verdampften. Zum Vergleich bauten sie eine Gewächshausanlage und verdampften dort das Wasser nach dem Treibhausprinzip. Mit beiden Anlagen konnten die Studierenden so das ursprüngliche Meerwasser in Wasser und in die Salze auftrennen.

Einen biologisch abbaubaren Kunststoff, Galalith, stellten zwölf weitere Studierende mithilfe einer alten Methode her. „Galalith gewinnt man aus Milch-Casein, es hat somit einen biologischen Ursprung. Die Studierenden zeigten, dass ‚verdorbene’ Milch am besten geeignet ist, denn das Casein fängt bereits an, sich zu bilden“, erklärt Prof. Dr. Hildegard Ebert vom Fachbereich 2 der FH FFM. „Ein wichtiger Schritt ist der Zusatz von Formaldehyd zum Casein, das zur Verfestigung des Kunststoffs führt. Ohne Formaldehyd ist das Produkt spröde und bröckelig.“ Versuche zeigten, dass auch nach der Formaldehyd-Behandlung das Galalith im Kompost biologisch abgebaut werden konnte. Die Studierenden fertigten mit dem Kunststoff auch Schmuck. „Die Jakob Bengel-Stiftung aus Idar-Oberstein, die Galalith von einem italienischen Hersteller zu Schmuck verarbeitet, zeigt großes Interesse an unserem Herstellungsverfahren“, erklärt Ebert.

Der asiatische Shiitake-Pilz steht im Zentrum des vierten Projekts. Die 14 Teilnehmenden optimierten dessen Anzucht auf Zuchtblöcken, die sie aus ausgewählten Hölzern selbst hergestellt hatten. Sie entwickelten eine Palette unterschiedlicher Produkte: Während bei frischen, getrockneten oder eingelegten Shiitake-Pilzen deren kulinarische Qualitäten im Vordergrund stehen, wird mit dem Angebot von Granulat-Kapseln die gesundheitsfördernde Wirkung vieler Inhaltsstoffe gezielt genutzt. „Die im Pilz enthaltene ungewöhnliche Aminosäure Eritadenin senkt die Plasmakonzentration von Cholesterol und Phospholipiden. Eines seiner Zellwandpolysaccharide, das Lentinan, besitzt eine antikanzerogene Wirkung, die vor allem in China und Japan zur Krebstherapie genutzt wird“, erklärt Prof. Dr. Axel Blokesch vom Fachbereich 2 der FH FFM.

Studierende der Bioverfahrenstechnik erwerben berufsqualifizierende Kenntnisse in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Hinzu kommen Spezialwissen aus Biotechnologie und Bioverfahrenstechnik sowie betriebswirtschaftliche und soziale Zusatzqualifikationen. Bioverfahrenstechniker setzen nach dem Studium ihr Wissen ein, um biotechnologische Prozesse und Anlagen zu planen und anzuwenden. Dabei entstehen Produkte für Gesundheit und Ernährung. Der Studiengang dauert sechs Semester. Er kann zum Wintersemester begonnen werden. Bewerbungsschluss für den Studienbeginn im Wintersemester 2012/13 ist der 15. Juli 2012.

Sarah Blaß | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Karte der Zellkraftwerke
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung
18.08.2017 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie