Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überwachung lebender Zellen in Mikrosystemen ersetzt Tierversuche

30.09.2008
Fraunhofer FIT hat im Rahmen des BMBF-Projekts AKTIVATES ein multifunktionales Mikrosystem entwickelt.

Damit können präzise toxikologische Profile von chemischen Substanzen ohne Tierversuche erstellt werden. Eingesetzt werden embryonale Stammzellen der Maus. An diesen Zellen werden gewebe- und organspezifische Effekte in vitro nachgestellt. Besuchen Sie uns auf der Biotechnica in Hannover vom 7.-9. Oktober 2008, Halle 9, B 26 (BMBF Stand).

Die chemische und pharmazeutische Industrie ist aufgrund der REACH-Direktive der europäischen Union dazu verpflichtet, eine umfassende Risikoabschätzung zahlreicher Substanzen vorzunehmen. Durch die Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien will die EU den Schutz von Mensch und Umwelt verbessern. Für viele Bereiche dieser Risikoabschätzungen sind heute noch keine in-vitro-Testsysteme als Ersatz für Tierexperimente verfügbar. Abhilfe bringt hier ein automatisierbares Testsystem, das aktuell im BMBF-geförderten Projekt AKTIVATES entwickelt wird.

Der Projektkoordinator Axiogenesis AG kann aus embryonalen Stammzellen der Maus gezielt etwa zwanzig unterschiedliche Zell- und Gewebetypen (u. a. Herz-, Leber- und neuronale Zellen) herstellen. An diesen Zellen werden gewebe- und organspezifische Effekte in vitro nachgestellt. Fraunhofer FIT hat dazu ein multifunktionales Mikrosystem mit einem Bio-Chip als zentrale Komponente entworfen, mit dem die Umgebungsbedingungen für Zellen und Gewebe reproduzierbar einstellbar sind. Über multiple Sensoren am Boden der Kultivierungskammern werden detaillierte Informationen über das Zellverhalten gewonnen. Somit ist es möglich, von einer chemischen Substanz ein präzises toxikologisches Profil zu erstellen, wie es ansonsten bisher nur im Tierversuch möglich war.

Durch die mehrwöchige Kultivierung und Behandlung im Bio-Chip können insbesondere (sub)chronische Effekte studiert werden. Darüber hinaus bestehen Einsatzmöglichkeiten für das System in der pharmazeutischen Industrie auf den Gebieten Sicherheitspharmakologie und Wirkstoffentwicklung.

Fraunhofer FIT präsentiert AKTIVATES auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf der Biotechnica in Hannover vom 7.-9. Oktober 2008, Halle 9, B26. Neben der Axiogenesis AG sind die Gesellschaft für Silizium-Mikrosysteme mbH (GeSiM) und die GS Gebhard & Schäfer Industrie-Elektronik GmbH am Projekt beteiligt.

Kontakt:

Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon: +49 2241 14-2208

Alex Deeg | idw
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geteiltes Denken ist doppeltes Denken
19.01.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie

Kieler Forscher koordiniert millionenschweres Verbundprojekt in der Entzündungsforschung

19.01.2017 | Förderungen Preise

Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen

19.01.2017 | Biowissenschaften Chemie