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Dem Tumor den Atem nehmen: Manipulation des Sauerstofffühlers PHD2 als Ansatzpunkt für Therapien

28.01.2011
Solide Tumore sind an eine Unterversorgung mit Sauerstoff angepasst und nutzen diese Anpassung sogar für ihr weiteres Wachstum.

Die Wissenschaftler um Professor Dörthe Katschinski an der Universitätsmedizin Göttingen wollen entschlüsseln, welche Moleküle sich therapeutisch eignen könnten, diese Anpassung zu unterbinden und damit gezielt das Tumorwachstum zu beeinflussen. Im Fokus ihres Interesses stehen dabei Enzyme, die als molekulare Sauerstofffühler aktiv sind – die Prolyl-4-Hydroxylase Domäne (PHD) Enzyme. Sie steuern die Reaktion der Zelle im Falle einer Sauerstoff-Unterversorgung.

In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt haben die Göttinger Mediziner überprüft, inwieweit eine Blockierung der PHD Enzyme das Tumorwachstum beeinflusst. Dazu stellten sie genetisch manipulierte Brustkrebszellen her, denen der Sauerstofffühler PHD2 weitgehend fehlt.

Interessanterweise konnte als Folge der verminderten PHD2-Menge in einem Zell-Modell für massiv wuchernden Brustkrebs ein deutlich gesteigertes Tumorwachstum beobachtet werden. In einem Modell für nicht-wuchernden Brustkrebs war das Tumorwachstum dagegen sogar gehemmt. Anhand eines RNA-Screens konnten die Wissenschaftler potenzielle Gene identifizieren, die für das PHD2-abhängige Tumorwachstum verantwortlich sein könnten.

In einer zweiten Projektphase wollen die Göttinger nun der Zusammenhang zwischen dem Sauerstofffühler PHD2, dem Tumorwachstum und den neu identifizierten Kandidatengenen weiter untersuchen. Ziel ist es, Ansatzpunkte für eine Therapie zu finden, die die Anpassung des Tumors an den Sauerstoffmangel aufhebt und damit das Tumorwachstum verhindert.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert die Fortsetzung dieses Forschungsprojekts mit über 90.000 Euro, nachdem bislang bereits über 150.000 Euro Fördermittel geflossen sind. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt:
Prof. Dr. Dörthe M. Katschinski, Universitätsmedizin Göttingen, Abteilung Herz- und Kreislaufphysiologie
Tel. +49 (0551)/39-5896
E-Mail: katschinski@physiol.med.uni-goettignen.de

Sylvia Kloberdanz | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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