Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TREGeneration-Projekt: Regensburger forschen in EU-Konsortium

20.02.2015

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) kooperiert in einem von der Europäischen Union geförderten Forschungskonsortium. Die Studienergebnisse des TREGeneration-Projekts sollen die Therapieoptionen bei Komplikationen nach einer allogenen Stammzelltransplantation verbessern.

Im Rahmen des bisher größten europäischen Forschungsprogramms Horizon 2020 engagiert sich ein Forscherteam des Universitätsklinikums Regensburg unter der Leitung von Professor Dr. Matthias Edinger, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III, im TREGeneration-Konsortium. In dieser internationalen Kooperation werden neue Therapiestrategien für die Behandlung der chronischen Spender-gegen-Wirts-Erkrankung (graft-versus-host-disease, GVHD) untersucht – eine oft schwerwiegende Komplikation, die nach allogener Stammzelltransplantation auftreten kann. In den nächsten fünf Jahren werden hierfür fünf klinische Studien durchgeführt, die die Europäische Union mit insgesamt sechs Millionen Euro fördert. Eine der Studien wird das Team um Professor Edinger in Regensburg leiten.


Im EU-geförderten TREGeneration-Konsortium wird die Zelltherapie als Behandlungsstrategie gegen die Spender-gegen-Wirts-Erkrankung nach allogenen Stammzelltransplantationen klinisch untersucht.

UKR

Bei unterschiedlichen Bluterkrankungen, vor allem bei Leukämien, kann die allogene Stammzelltransplantation lebensrettend sein. Durch Stammzellen eines Spenders wird hierbei im Patienten ein neues Immunsystem aufgebaut, das gegen die Krebszellen ankämpft. Bei etwa 30 bis 50 Prozent der transplantierten Patienten tritt daraufhin jedoch eine GVHD im Sinn einer Abstoßungsreaktion auf: Zellen des neuen Immunsystems greifen Patientengewebe wie beispielsweise Haut, Magen- und Darmschleimhäute oder innere Organe an. Die Stammzelltransplantation ist ein klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt am UKR, an dem neben Professor Edinger auch Professor Dr. Ernst Holler und Professor Dr. Daniel Wolff als Leiter des Stammzelltransplantationsprogrammes und des GVHD-Kompetenzzentrums arbeiten.

Das EU-Konsortium TREGeneration untersucht nun in seinen klinischen Studien, ob Zelltherapien sicher und wirksam zur Behandlung oder gar zur kompletten Vermeidung einer GVHD eingesetzt werden können. Im Fokus stehen dabei regulatorische T-Zellen. Nach Schätzungen der Experten sollen diese Zellen Immunreaktionen unterdrücken und dadurch „Angriffe“ auf Patientengewebe nach einer Transplantation vermeiden. „Nach langjähriger vorbereitender Forschungsarbeit auf diesem Gebiet bestehen nun gute Aussichten, die Zelltherapie bei allogenen Stammzelltransplantationen einen bedeutenden Schritt voranzubringen und damit vielen Patienten, die nur durch eine Stammzelltransplantation gerettet werden können, zu helfen. Die Förderung der Europäischen Union im Rahmen des Horizon 2020-Programms eröffnet uns Chancen, international vernetzt an diesem Ziel zu arbeiten und möglichst vielen Patienten Zugang zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gewähren“, so Professor Edinger.

Unter Leitung von Professor João Forjaz de Lacerda vom Institut für Molekulare Medizin in Lissabon, Portugal, führt das TREGeneration-Konsortium klinische Forscher aus vier EU-Staaten zusammen. Neben Professor de Lacerda und Professor Edinger werden auch die Forscherteams um Professor Frédéric Baron vom Laboratorium für Zell- und Gentherapie in Liège, Belgien, sowie Professor Mario Arpinati vom Universitätsklinikum S. Orsola-Malpighi in Bologna, Italien, klinische Studien durchführen. Zur Analyse präklinischer und klinischer Daten sind darüber hinaus das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik und die Alacris Theranostics GmbH aus Berlin sowie die Abteilung für Biostatistik der Universität Liverpool eingesetzt. Das Projektmanagement erfolgt durch das in München ansässige Unternehmen GABO:mi.

Hintergrund: Das europäische Forschungsprogramm Horizon 2020
Die Europäische Union schreibt regelmäßig Forschungsprogramme aus, um den europäischen Forschungs- und Innovationsstandort zu stärken. Über diese Programme vergibt die Europäische Union Finanzmittel an grenzüberschreitende Forschungsprojekte. Das aktuelle Forschungsprogramm Horizon 2020 ist mit einem Budget von fast 80 Milliarden Euro das größte europäische Forschungsprogramm aller Zeiten. Horizon 2020 hat zum Ziel, durch internationale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation den großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie der Bekämpfung von Krankheiten, der langfristigen Sicherung der Energieversorgung oder dem Klimawandel gemeinsam erfolgreich zu begegnen. Forscher aus der ganzen Welt sollen dabei unterstützt und gefördert werden, Lösungen zu gesellschaftlich relevanten Problemen zu erarbeiten.

Katja Rußwurm | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ukr.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Reize auf dem Weg ins Bewusstsein versickern
22.09.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lebendiges Gewebe aus dem Drucker
22.09.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie