Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Toolbox aus hydrogelbasierten Beschichtungen und Strukturierungstechniken für 3D-Biointerfaces

14.09.2016

BASIS® (Bioanalytics and Surfaces for Integration in Systems) ist ein Bündnis aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Thüringen, in dessen Fokus neue Produkte mit bisher nicht realisierbaren Produkteigenschaften für die Zielmärkte Messtechnik für biologische Systeme, die mobile Analytik und Implantologie stehen.

In Jena trafen sich die Partner zum finalen Workshop und präsentierten Ergebnisse und Ideen, die nun reif sind für die praktische Anwendung. Im Mittelpunkt steht dabei eine Toolbox aus Hydrogelen, die für bioaktive Beschichtungen sowie Passivierungs-, Strukturierungs- und Funktionalisierungs-techniken für 3D-Biointerfaces als gemeinsame industrielle Technologieplattform entlang der Wertschöpfungskette entwickelt wurden.


Anwendung der Toolbox


2PP-generierte Implantate bestehend aus photosensitiven Polymeren

Die entstandene Toolbox umfasst eine virtuelle Material-, Technologie- und Testplattform, wobei es einzigartig ist, dass Elemente einer materialtechnischen Technologieplattform in Kombination mit Elementen einer verfahrenstechnischen Technologieplattform äußerst effektiv die gewünschten Struktur-Eigenschafts-Beziehungen generieren können.

Die bestehende Verfügbarkeit 3D-strukturierter Hydrogele wird nun nicht nur zu konkreten Fortschritten in der Biomedizin führen, sondern wird auch einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Chip- und Sensorsystemen für die Bioanalytik haben.

Die Technologieplattform bietet sehr innovative Lösungsansätze für eine Vielzahl von Problemstellungen. Die Bildung einer „virtuellen“ Materialplattform beinhaltet aus Sicht des iba Heiligenstadt e.V. beispielsweise folgende Hydrogele: Oligolactone, Co-oligolactone, Polyethylenglykole, Tetraetherlipide und Polyoxazoline.

Eine hierzu komplementäre Technologieplattform umfasst die Etablierung von Strukturierungsverfahren. Zu ihnen zählen Rapid-Prototyping-Verfahren, wie die Zweiphotonen-Polymerisation (2PP) und das μ-Contact Printing, sowie Self-Assembling Verfahren, wie z.B. die Layer-by-Layer-Beschichtung mit Polyelektrolyten und das Self-Assembling amphiphiler Lipide.

Der Aufbau einer Bioreaktor-gestützten Testplattform stellt ein Beispiel für den dritten Zweig der entstandenen Toolbox dar. Die zentrale Basis dieser Testkonzeption stellen verschiedene Ausführungen von Bioreaktoren zur Simulation relevanter Milieubedingungen dar.

Die Anwendung spezifischer Durchflussmesszellen gekoppelt an einen Laborbioreaktor zur reproduzierbaren Kultivierung biologischer Systeme hat sich als möglicher Lösungsweg bewährt. Es wurde ein Bioadhäsionsmessplatz für mikrobiologische Mischkulturmodelle etabliert, der auch eine strömungsmechanische Bewertung hinsichtlich der eingesetzten Fließbedingungen ermöglicht.

In Abhängigkeit von der Expositionszeit ist die Beurteilung des Biofilmstatus auf den Materialien möglich. Mit den materialtechnischen und verfahrenstechnischen Kernkompetenzen besitzt das Bündnis eine hervorragende Ausgangssituation, die Toolbox im Sinne einer Problemlösungsplattform zu nutzen und weiter zu entwickeln.

Sebastian Kaufhold | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.
Weitere Informationen:
http://www.iba-heiligenstadt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wegbereiter für Vitamin A in Reis
21.07.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pharmakologie - Im Strom der Bläschen
21.07.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten