Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein toller Hecht in Afrika. Regensburger Zoologen entdecken und erforschen neue Art

16.09.2010
Wissenschaftler haben im Süden Afrikas eine neue Nilhecht-Art entdeckt und untersucht. Das internationale Forscherteam, dem neben Prof. Dr. Bernd Kramer vom Institut für Zoologie der Universität Regensburg auch Biologen des South African Institute for Aquatic Biodiversity angehörten, machte diesen Fund im Kunene-Fluss an der Grenzen zwischen Namibia und Angola.

Schon seit einiger Zeit war bekannt, dass die Nilhecht-Art Hippopotamyrus ansorgii in Wirklichkeit einen ganzen Artenkomplex – also einen „Schwarm“ mehrerer einander ähnlicher Arten – darstellt, denn Exemplare aus dem Fluss Sambesi im Caprivi-Zipfel in Namibia unterscheiden sich sehr deutlich von den Typ-Exemplaren aus Angola (gewissermaßen den „Urmetern“).


Der „neue“ Hecht mit Pulskurve einer Elektrischen Organentladung (EOD). Foto: Universität Regensburg

Bei ihren Forschungen im Kunene-Fluss, einem der möglichen Heimatflüsse dieser Art, entdeckten die Wissenschaftler nun Nilhechte, die sich anatomisch eindeutig von allen sechs bisher bekannten Formen des H.-ansorgii-Komplexes abgrenzen lassen. Die Kunene-Exemplare erwiesen sich auch molekulargenetisch als eigenständiger Typ, der jedoch recht eng mit anderen Mitgliedern des Artenkomplexes verwandt ist.

Nilhechte sind elektrosensibel: Sie verfügen über elektrische Organe, deren Entladungen – elektrische Organentladungen (EOD) – für die inner- und zwischenartliche Kommunikation und die aktive Elektroortung benutzt werden. Die elektrischen Entladungen sind allerdings artspezifisch. Entsprechend unterschieden sich die elektrischen Entladungen der Nilhecht-Exemplare des Kunene-Flusses auch deutlich von den Typen aus dem Sambesi-Fluss (sowohl in der Pulskurvenform wie in den Amplitudenspektren). Ausgehend von diesen Beobachtungen haben die Forscher den neu entdeckten Nilhecht-Typ als eigenständige Art identifiziert und ihr den Namen Hippopotamyrus longilateralis zugewiesen.

Die Untersuchungen des internationalen Forscherteams wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „Evolutionäre Plastizität des elektrischen und akustischen Kommunikationsverhaltens bei Nilhechten (Mormyridae, Teleostei)“ durchgeführt, das vom Institut für Zoologie der Universität Regensburg koordiniert wird. Die Ergebnisse der Forscher wurden vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Natural History“ veröffentlicht (DOI: 10.1080/00222931003764089).

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Bernd Kramer i.R.
Universität Regensburg
Institut für Zoologie
Tel.: 0941 943-2263
Bernd.Kramer@biologie.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

Weitere Berichte zu: Artenkomplex Entladung Hippopotamyrus Kunene-Fluss Namibia Nilhecht-Art Zoologe Zoologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzen gegen Staunässe schützen
17.10.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Erweiterung des Lichtwegs macht winzige Strukturen in Körperzellen sichtbar
17.10.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikroben hinterlassen "Fingerabdrücke" auf Mars-Gestein

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vorhersagen bestätigt: Schwere Elemente bei Neutronensternverschmelzungen nachgewiesen

17.10.2017 | Physik Astronomie

Kaiserschnitt-Risiko ist vererbbar

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie