Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Taxon-OMICS – Mit wie vielen Arten teilen wir uns die Welt?

28.08.2017

300.000 Euro für Regensburger Botaniker im Rahmen eines Schwerpunktprogramms der DFG.

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Schwerpunktprogramms Taxon-OMICS wird sich eine Regensburger Forschergruppe um Prof. Dr. Christoph Oberprieler vom Institut für Pflanzenwissenschaften (Professur für Evolution und Systematik der Pflanzen) mit einem besonders verzwickten Problem der botanischen Taxonomie beschäftigen.


Mit Chromosomenzahlen zwischen 18 und 198 demonstrieren die Margeriten-Arten der Iberischen Halbinsel die zytologische Spannbreite der Gattung Leucanthemum aus der Familie der Korbblütengewächse.

Prof. Dr. Christoph Oberprieler

Dieser Wissenschaftszweig der Systematischen Biologie versucht, die Vielfalt belebter Formen der Erde zu erkennen und zu ordnen. In dem mit rund 300.000 Euro in den kommenden drei Jahren geförderten Teilprojekt sollen molekulargenetische und bioinformatische Methoden erarbeitet werden, die es erlauben, Artabgrenzungen und evolutionäre Beziehungen in sogenannten Polyploidkomplexen objektiv zu rekonstruieren.

Polyploidkomplexe liegen dann vor, wenn in einer Pflanzengruppe neue Arten durch Kreuzung bereits existierender Arten und anschließender Vervielfachung des Chromosomensatzes entstehen. Dies hat zum Beispiel bei den Margeriten der Gattung Leucanthemum dazu geführt, dass die vier heimischen Arten 18, 36 und 54 Chromosomen besitzen, die weiteren 38 (süd-)europäischen Arten sogar Chromosomenzahlen bis zu 198 pro Zellkern (22-facher Chromosomensatz) aufweisen.

Gelingt es, die verwandtschaftlichen Verhältnisse in dieser Modellgruppe aufzuklären, würden somit Werkzeuge zur Verfügung stehen, die auch andere Schlaufenbildungen im grünen Zweig des „Baums des Lebens“ aufzudecken ermöglichen.

Biodiversität – die Vielfalt belebter Formen der Erde – ihr Schutz und ihre Bedrohung, seit Jahrzehnten in aller Munde, setzt das Erkennen und Kennen der zugrundeliegenden Einheiten, von Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Mikroorganismen-Arten voraus. Die Systematische Biologie, und hier insbesondere der Wissenschaftszweig der Taxonomie, versucht seit Jahrhunderten – zurückgehend auf den schwedischen Biologen Carl von Linné – diese Vielfalt zu erkennen und zu ordnen.

In den letzten zehn Jahren hat sich dieses taxonomische Ordnen grundlegend verändert, da in zunehmendem Maße molekulargenetische Daten verwendet werden können, um Artgrenzen objektiver auszuloten, unklassifizierte Individuen bekannten Arten zuzuordnen und neue Arten zu entdecken.

Das neue Schwerpunktprogramm Taxon-OMICS, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von September 2017 an mit rund 5,5 Millionen Euro gefördert wird, wird erstmals Experten zur Taxonomie unterschiedlicher Organismengruppen – Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen – zusammenbringen, um Methoden wie das DNA-Barcoding oder die Hochdurchsatz-Sequenzierung mit Ergebnissen anderer Ansätze (Morphologie, Anatomie, Tomographie) zu verknüpfen und nutzbar zu machen.

Beteiligt sind Prof. Dr. Susanne Renner von der Ludwig-Maximilians-Universität München (Koordination) und weitere Forschergruppen von über 20 deutschen Forschungseinrichtungen. Ziel der Forscher ist es, durch Kooperation zwischen Wissenschaftlern aus den verschiedenen Organismengruppen taxonomische Fragestellungen zu lösen, die bisher unlösbar erschienen.

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Christoph Oberprieler
Institut für Pflanzenwissenschaften
Professur für Evolution und Systematik der Pflanzen
Universität Regensburg
Tel.: 0941 943-3129
E-Mail: christoph.oberprieler@ur.de

Claudia Kulke | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Live-Verfolgung in der Zelle: Biologische Fussfessel für Proteine
19.06.2018 | Universität Basel

nachricht Tag it EASI - neue Methode zur genauen Proteinbestimmung
19.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics