Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Synergetische Effekte in der Chemie

18.11.2009
Neuer Sonderforschungsbereich an der Universität Münster

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet an der Universität Münster einen neuen Sonderforschungsbereich in der Chemie ein. Sprecher ist Prof. Dr. Armido Studer vom Organisch-Chemischen Institut der WWU.

Die DFG stellt innerhalb von vier Jahren fast 8 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung. Insgesamt werden 17 neue Sonderforschungsbereiche zum 1. Januar 2010 eingerichtet, teilte die DFG am Mittwoch (18. November 2009) mit.

An dem neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 858 „Synergetische Effekte in der Chemie - Von der Additivität zur Kooperativität" werden eine Reihe ausgewiesener Experten aus der Chemie und aus angrenzenden Disziplinen wie Physik und Medizin beteiligt sein, ebenso wie vielversprechende Nachwuchswissenschaftler. „Wir sind froh, dass die DFG unsere Bemühungen zur Realisierung interdisziplinärer Forschungsvorhaben mit der Bewilligung des SFB unterstützt", so Prof. Studer.

Die Wissenschaftler wollen untersuchen, inwieweit das räumliche und zeitliche Zusammenwirken mehrerer chemischer Komponenten einen Einfluss auf das Resultat chemischer Reaktionen hat - im Vergleich zur schrittweisen (additiven) Reaktionsführung. „Vielfach bleiben Möglichkeiten ungenutzt, mit mehreren gleichzeitig einwirkenden Faktoren die Erzeugung von Materialien und Stoffen zu steuern", so Prof. Studer. „Dabei können wir heute unter gezielter Berücksichtigung gemeinsam (kooperativ) wirkender chemischer Komponenten chemische Reaktionen ganz neu entwickeln und neue Produkte oder Phänomene wie Leitfähigkeit, molekulare Erkennung oder Magnetismus erzeugen."

Synergetische beziehungsweise kooperative Effekte auf der Ebene von Molekülen zu studieren, bedeute immer auch, die Herstellung von Materialien und Wirkstoffen effizienter, ökonomischer und somit auch verantwortlicher zu gestalten, so Prof. Studer. „Vielleicht können wir bestimmte Substanzen bald ohne Verwendung von Schwermetallen herstellen, wo sie heute noch notwendig sind. Auch das Erzeugen von Materialien direkt auf ihrer späteren Anwendungsoberfläche ist denkbar", sagt er.

Im SFB 858 werden solche kooperativen Effekte erstmalig über Fächergrenzen hinweg systematisch studiert. Die WWU bietet mit 19 beteiligten Forschungsgruppen aus vier Instituten der Chemie und je einem Institut aus den Fachbereichen Physik und Medizin ein ideales Umfeld zur interdisziplinären Forschung an Synergetischen Effekten in der Chemie. Die ambitionierten Ziele des SFB sollen durch komplementäre experimentelle und theoretische Arbeiten erreicht werden. Daher werden neben der Forschung im Labor auch moderne Computersimulationen eine wesentliche Rolle spielen.

Zusammen mit dem Sonderforschungsbereich 858 wurde ebenfalls ein neues integriertes Graduiertenkolleg „Grundlagen und Anwendungen kooperativer Effekte" bewilligt, an dem sich die DFG und die WWU mit zusätzlich insgesamt acht Stipendien jährlich beteiligen. Dieses Graduiertenkolleg stellt für alle Mitarbeiter des SFB eine grundlegende Arbeitsplattform dar und gewährleistet, gerade auch unter Mitwirkung weiterer vorhandener Promotionsprogramme, eine fundierte experimentelle und theoretische Ausbildung der beteiligten jungen Wissenschaftler.

Christina Heimken | Universität Münster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de
http://www.uni-muenster.de/Chemie.oc/studer/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mikro-U-Boote für den Magen
24.01.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Echoortung - Lernen, den Raum zu hören
24.01.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie