Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Suche nach Element 113 endlich vorüber

27.09.2012
Forscher am RIKEN Nishina Center for Accelerator-based Science (RNC) haben die bislang eindeutigsten Daten über das flüchtige 113. chemische Element zusammengestellt.

Durch eine Kette aus sechs aufeinanderfolgenden Alpha-Zerfallsprozessen gelang es, das Element im Rahmen von Experimenten in der RIKEN Radioisotope Beam Factory (RIBF) durch Verbindungen zu bekannten Tochternukliden eindeutig zu bestimmen. Auf Grundlage dieser bahnbrechenden Ergebnisse wird Japan nun Anspruch auf die Namensrechte des Elements erheben.

Die Suche nach überschweren Elementen, die nicht natürlich auftreten und im Rahmen von Experimenten erst produziert werden müssen, ist ein sehr mühsamer Prozess. Seit Entdeckung des ersten Elements im Jahre
1940 wetteifern Länder darum, weitere derartige Elemente künstlich herzustellen. Zunächst entdeckten Amerikaner die Elemente 93 bis 103.

Gemeinsam entdeckten Russen und Amerikaner dann die Elemente 104 bis 106, Deutsche die Elemente 107 bis 112 und Russen und Amerikaner wiederum gemeinsam die Elemente 114 und 116.

Forscher Kosuke Morita und sein RNC-Team sind nun dafür verantwortlich, dass Japan das erste Land in ganz Asien ist, das ein chemisches Element benennen darf. Mithilfe eines speziell angefertigten gasgefüllten Rückstoßkern-Ionentrenners (GARIS), der zur Erkennung von Reaktionsprodukten an einen positionsempfindlichen Halbleiterdetektor gekoppelt war, suchte Morita viele Jahre nach dem Element. Am 12. August trugen seine Experimente Früchte: Zinkionen kollidierten mit einer dünnen Bismut-Schicht und produzierten dabei ein sehr schweres Ion, worauf sechs konsekutive Alpha-Zerfallsprozesse folgten, die als Produkte eines Isotops des 113. Elements identifiziert wurden.

Obwohl Moritas Team das Element 113 bereits bei Experimenten in den Jahren 2004 und 2005 entdeckt hatte, traten bei den damaligen Ergebnissen nur vier Zerfallsprozesse auf - gefolgt von einer spontanen Kernspaltung von Dubnium-262 (Element 105). Es ist bekannt, dass das Isotop Dubnium-262 durch Alpha-Zerfall gespalten wird, der Vorgang trat allerdings nicht ein. Da es sich bei den damaligen Endprodukten um keine bekannten Nukleide handelte, wurden auch keine Namensrechte erteilt. Die bei diesem Mal beobachtete Kettenreaktion erfolgt entlang der alternativen Alpha-Route: Alle gesammelten Daten deuten darauf hin, dass Dubnium zunächst in Lawrencium und schließlich in Mendelevium zerfällt. Der Zerfall von Dubnium-262 in

Lawrencium-258 ist ein bekannter Prozess und beweist somit eindeutig, dass Element 113 der Ausgangspunkt der Kettenreaktion ist.

In Kombination mit den früheren Ergebnissen scheint sich das Team mit seiner bahnbrechenden Entdeckung nun die Namensrechte an diesem Element sichern zu können. ?Wir haben 9 Jahre lang nach Daten gesucht, um das Element 113 zweifelsfrei zu bestimmen. Und jetzt, da wir es endlich geschafft haben, fühlt es sich so an, als fiele eine riesige Last von unseren Schultern", so Morita. ?Ich möchte mich bei allen beteiligten Forschern und Mitarbeitern bedanken, die immer daran geglaubt haben, dass das Element 113 uns gehören wird. Als Nächstes werden wir uns mit Element 119 und weiteren Elementen befassen."

Referenz: Kosuke Morita et al. ?New Result in the Production and Decay of an Isotope, (278)113, of the 113th Element." Journal of Physical Society of Japan, 2012. DOI: 10.1143/JPSJ.81.103201 URL:

http://jpsj.ipap.jp/link?JPSJ/81/103201/

Kontakt:
Kosuke Morita
Labor für überschwere Elemente
RIKEN Nishina Center for Accelerator-Based Science
Tel.: +81-48-467-4964
Fax: +81-48-462-7302
E-Mail: morita@ribf.riken.jp[mailto:morita@ribf.riken.jp]
Globale Pressestelle
RIKEN
Tel.: +81-48-462-1225
Fax: +81-48-463-3687
E-Mail: pr@riken.jp[mailto:pr@riken.jp]

Globale Pressestelle | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.riken.jp

Weitere Berichte zu: Dubnium-262 Element 113 Isotop Kettenreaktion RIKEN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
18.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

nachricht Weiße Gespenster am Straßenrand - die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte
18.05.2018 | Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics