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Stammzellforschung in der Schweiz stärken

09.04.2010
Nationales Forschungsprogramm "Stammzellen und regenerative Medizin" (NFP 63) gestartet

Unheilbare Krankheiten überwinden: Auf Stammzellen ruhen grosse Hoffnungen. Noch ist aber unklar, wie sie im Detail funktionieren. Deshalb soll das soeben gestartete NFP 63 in der Schweiz die Basis festigen für künftige medizinische Anwendungen.
Ohne Stammzellen würden Wunden nicht heilen; Blut, Haut und andere Gewebe sich nicht mehr erneuern. Ohne diese biologischen Alleskönner würden Lebewesen weder entstehen noch überleben. Diese Zellen gehören zu den spannendsten Gebieten der Biologie. Monat für Monat werden eindrückliche Ergebnisse publiziert, neue Türen aufgestossen und alte geschlossen. Gross ist die Hoffnung, die auf diese Zellen gesetzt wird: Stammzellen sollen nicht nur erklären, wie Mensch, Tier und Pflanzen wachsen - sie sollen auch helfen, Krankheiten zu heilen, etwa Parkinson oder Diabetes Typ 1.

Der grosse Druck auf die Forschung, so rasch wie möglich thera-peutische Grenzen zu verschieben, birgt aber auch Gefahren. Etwa die Gefahr, voreilig klinische Versuche durchzuführen, ohne genau zu verstehen, was die Stammzellen im menschlichen Körper bewirken. Vor diesem Hintergrund erfolgt die Lancierung des Nationalen Forschungsprogramms "Stammzellen und regenerative Medizin" (NFP 63): Die nun ausgewählten Projekte sind der Grundlagenforschung zuzuordnen. Es geht darum, besser zu verstehen, wie Stammzellen funktionieren. Das NFP 63 soll mithelfen, eine gute Grundlage für künftige medizinische Anwendungen zu schaffen. Zudem soll die Schweizer Stammzellforschung gefördert und Nachwuchs in diesem Bereich ausgebildet werden.

Von Wundheilung bis zu Hirntumoren
Das NFP 63 umfasst insgesamt 12 Projekte. Diese decken ein weites Feld der Stammzellbiologie ab. Geforscht wird mit menschlichen adulten Stammzellen sowie mit tierischen embryonalen und adulten Stammzellen (Fruchtfliege, Maus, Zebrafisch).
Ein Forschungsteam untersucht Stammzellen, um besser zu ver-stehen, wie sie zur Wundheilung beitragen könnten, ein anderes, ob man nach einer Stammzelltransplantation verhindern kann, dass aus den Stammzellen ein Hirntumor entsteht. Ein weiteres Projekt geht der Frage nach, wie aus einem Spermium und einer Eizelle die befruchtete Eizelle, eine neue Stammzelle, entsteht und welche Faktoren diesen Prozess steuern. Wieder andere versuchen, eine Art Katalog der verschiedenen Stammzelltypen im Gehirn zu erstellen.

Die Forschungsprojekte fokussieren auf Stammzellen in verschiedenen Organen und Geweben: in der Haut, in der Nase, auf Zellen des Immunsystems aber auch solchen zur Neubildung von Herzmuskeln, von Blutgefässen oder von Insulin-produzierenden Zellen. Ein Projekt wird sich mit der rechtlichen und ethischen Problematik der Blutstammzellspende befassen.

Startschuss an verschiedenen Institutionen
Beteiligt sind Forschungsgruppen aus verschiedenen akademi-schen Institutionen in Basel (4 Projekte), Bern (1), Genf (1), Lau-sanne (2) und Zürich (4). Das NFP 63 verfügt über einen Finanzrahmen von 10 Millionen CHF. Die Forschungsarbeiten haben am 1. März 2010 begonnen und dauern bis ins Jahr 2013. Interessierte können sich per elektronischem Newsletter über die Fortschritte der Projekte informieren lassen. Anmeldung unter www.nfp63.ch.
Download:
Detaillierte Liste der Projekte unter: www.nfp63.ch > Projekte
Kontakt:
Prof. Bernard Thorens
Präsident der Leitungsgruppe
Zentrum für Integrative Genomik
Universität Lausanne
Tel: +41 21 692 39 81
+41 79 768 65 27
E-mail: Bernard.Thorens@unil.ch
Adrian Heuss
Leiter Wissenstransfer des NFP 63
advocacy ag
Glockengasse 7
4051 Basel
Tel: +41 61 268 99 99
E-Mail: heuss@advocacy.ch

Prof. Bernard Thorens | idw
Weitere Informationen:
http://www.nfp63.ch
http://www.snf.ch

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