Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für die Spannkraft der Organe: Elastin-Projekt in Halle

25.08.2010
Elastin ist eines der wichtigsten Proteine der extrazellulären Matrix von Wirbeltieren. Als Kernprotein der elastischen Fasern verleiht es Organen wie der Haut, der Lunge, Gefäßen, elastischen Bändern und Knorpel Elastizität und Spannkraft und ist daher bedeutsam für deren dauerhafte Funktionsfähigkeit.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein dreijähriges Vorhaben, das sich Strukturuntersuchungen an diesem wichtigen Protein widmen soll, als „Eigene Stelle“. Projektverantwortliche ist Dr. Andrea Heinz vom Institut für Pharmazie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Nach ihrer Promotion an der University of Otago (Neuseeland) kehrte Andrea Heinz 2008 in ihre Heimatstadt Halle zurück und arbeitete zunächst auf Basis eines Postdoc-Stipendiums der Landesgraduiertenförderung Sachsen-Anhalts am Institut für Pharmazie. Hier begann sie, sich in der Arbeitsgruppe von Professor Reinhard Neubert dem Strukturprotein Elastin zu widmen. Die Arbeitsgruppe verfügt über eine mehrjährige Expertise auf dem Gebiet der strukturellen Charakterisierung Elastins unter Nutzung leistungsstarker massenspektrometrischer Methoden.

In den vergangenen beiden Jahren erforschte Andrea Heinz, in welcher Weise das sehr resistente und langlebige Protein durch biologisch relevante Enzyme gespalten wird und welche Spaltprodukte dabei entstehen. Untersuchungen der letzten Jahre haben nämlich gezeigt, dass Elastin nicht nur strukturelle Bedeutung für die extrazelluläre Matrix hat, sondern auch eine wichtige Rolle bei verschiedenen physiologischen Prozessen spielt. So können Spaltprodukte, die während des Abbaus von Elastin entstehen, diverse Zellaktivitäten wie die Expression verschiedener Enzyme sowie Zellwachstum, ‑beweglichkeit und ‑tod beeinflussen.

Der Abbau Elastins im Gewebe und der damit einhergehende Funktionsverlust sowie die Freisetzung bioaktiver Peptide stehen deshalb auch mit dem Auftreten verschiedener pathologischer Zustände und schwerwiegender Erkrankungen wie Arteriosklerose, Lungenemphysem, Hautalterung und dem Krebsgeschehen in Verbindung. „Es ist daher von großer Wichtigkeit, sowohl diese Abbauprozesse als auch die Wirkungen der Elastin-Spaltprodukte eingehend zu untersuchen und zu verstehen", sagt die Nachwuchsforscherin Heinz.

Im Rahmen des nun von der DFG geförderten Projektes wird die 29-Jährige weitere strukturelle Untersuchungen an humanem Elastin aus verschiedenen Geweben vornehmen. Bislang ist bekannt, dass elastische Fasern in verschiedenen Geweben sehr unterschiedlich strukturiert sind. „Auf molekularer Ebene wissen wir jedoch nur sehr wenig über die Quervernetzung. Wir wollen daher unter anderem neue analytische Methoden zur Charakterisierung des Quervernetzungsmusters von Elastin entwickeln." Insgesamt soll ein Verständnis der Struktur Elastins dazu beitragen, Therapien gegen Erkrankungen des elastischen Gewebes zu entwickeln, zum Beispiel mithilfe von Gefäßprothesen oder Arzneien, die den Abbau elastischer Fasern unterdrücken oder verlangsamen.

Ansprechpartnerin:
Dr. Andrea Heinz
Institut für Pharmazie, Institutsbereich Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie
Telefon: 0345 55 25220
E-Mail: andrea.heinz@pharmazie.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.elastin-forschung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics