Signale in Sarkomen

Die Folge ist die Expression eines krankhaften Fusionsproteins, welches die Aktivität von Genen regulieren kann. Unter anderem durch diesen Einfluss wird die Zelle so verändert, dass wachstumsfördernde Signale stark überwiegen.

Einige Signalwege zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl entwicklungsbiologisch als auch in der Tumorentstehung von besonderer Bedeutung sind – hierzu gehören die sogenannten WNT-, Hedgehog- und NOTCH-Signaltransduktionswege. Hinweise auf eine Aktivierung dieser Signalwege liegen in Synovialsarkomen vor – ihre funktionelle Bedeutung in diesen Tumoren ist bislang weitgehend unverstanden. An dieser Stelle setzt das Projekt an.

Erster wichtiger Baustein des Vorhabens ist die unmittelbare Verknüpfung molekularer Daten mit den klinischen Erfahrungen, die für Patienten mit Synovialsarkomen vorliegen. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, inwieweit die WNT-, Hedgehog- und NOTCH-Signalwegsaktivitäten mit dem Verlauf der Erkrankung, dem Ansprechen auf eine Therapie oder der Entwicklung von Metastasen korrelieren.

Findet sich ein derartiger Zusammenhang, könnte das Monitoring solcher Signalwege als „Biomarker“ in Zukunft bei Prognoseabschätzung und Therapieentscheidungen einen wichtigen Beitrag leisten.

Der zweite Baustein fokussiert funktionelle Aspekte: Sind die Signalwege in ihrer Aktivität abhängig von der den Tumoren zugrunde liegenden Translokation oder stellen sie ein unabhängiges Phänomen dar, welches den Tumorzellen Wachstumsvorteile verschafft? Geschieht die Aktivierung der Signalwege auf der Ebene der Oberflächenrezeptoren der Zellen oder weit zentral im Signalweg? Diese Fragen sind deshalb wichtig, weil nur in Kenntnis der biologischen Mechanismen die Synthese und Auswahl zielgerichteter, optimal passender therapeutischer Wirkstoffe möglich ist.

Umfassendes Ziel des Bonner Projektes ist somit die Optimierung der Therapie von Synovialsarkomen auf der Grundlage spezifischer klinischer und biologisch-funktioneller Erkenntnisse. So liegt ein dritter experimenteller Schwerpunkt auf der gezielten Hemmung der Signalwegsaktivitäten mit Blick auf die Teilungs-, Überlebens- und Bewegungsfähigkeit der Tumorzellen – allesamt wesentliche Parameter für die Einschätzung der therapeutischen Potenz.

Kontakt: Dr. Wolfgang Hartmann & Prof. Dr. Reinhard Büttner, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Bonn, Sigmund-Freud-Str. 25, 53105 Bonn. E-mail: wolfgang.hartmann@uni-bonn.de.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 90.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Media Contact

Bernhard Knappe idw

Weitere Informationen:

http://www.sanst.de

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