Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Signale in Sarkomen

23.04.2009
Synovialsarkome sind bösartige Tumoren des Weichgewebes. Sie besitzen eine charakteristische genetische Veränderung, eine sogenannte Translokation, die dazu führt, dass zwei eigentlich im Genom weit entfernt voneinander liegende Gene zu Nachbarn werden.

Die Folge ist die Expression eines krankhaften Fusionsproteins, welches die Aktivität von Genen regulieren kann. Unter anderem durch diesen Einfluss wird die Zelle so verändert, dass wachstumsfördernde Signale stark überwiegen.

Einige Signalwege zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl entwicklungsbiologisch als auch in der Tumorentstehung von besonderer Bedeutung sind - hierzu gehören die sogenannten WNT-, Hedgehog- und NOTCH-Signaltransduktionswege. Hinweise auf eine Aktivierung dieser Signalwege liegen in Synovialsarkomen vor - ihre funktionelle Bedeutung in diesen Tumoren ist bislang weitgehend unverstanden. An dieser Stelle setzt das Projekt an.

Erster wichtiger Baustein des Vorhabens ist die unmittelbare Verknüpfung molekularer Daten mit den klinischen Erfahrungen, die für Patienten mit Synovialsarkomen vorliegen. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, inwieweit die WNT-, Hedgehog- und NOTCH-Signalwegsaktivitäten mit dem Verlauf der Erkrankung, dem Ansprechen auf eine Therapie oder der Entwicklung von Metastasen korrelieren.

Findet sich ein derartiger Zusammenhang, könnte das Monitoring solcher Signalwege als "Biomarker" in Zukunft bei Prognoseabschätzung und Therapieentscheidungen einen wichtigen Beitrag leisten.

Der zweite Baustein fokussiert funktionelle Aspekte: Sind die Signalwege in ihrer Aktivität abhängig von der den Tumoren zugrunde liegenden Translokation oder stellen sie ein unabhängiges Phänomen dar, welches den Tumorzellen Wachstumsvorteile verschafft? Geschieht die Aktivierung der Signalwege auf der Ebene der Oberflächenrezeptoren der Zellen oder weit zentral im Signalweg? Diese Fragen sind deshalb wichtig, weil nur in Kenntnis der biologischen Mechanismen die Synthese und Auswahl zielgerichteter, optimal passender therapeutischer Wirkstoffe möglich ist.

Umfassendes Ziel des Bonner Projektes ist somit die Optimierung der Therapie von Synovialsarkomen auf der Grundlage spezifischer klinischer und biologisch-funktioneller Erkenntnisse. So liegt ein dritter experimenteller Schwerpunkt auf der gezielten Hemmung der Signalwegsaktivitäten mit Blick auf die Teilungs-, Überlebens- und Bewegungsfähigkeit der Tumorzellen - allesamt wesentliche Parameter für die Einschätzung der therapeutischen Potenz.

Kontakt: Dr. Wolfgang Hartmann & Prof. Dr. Reinhard Büttner, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Bonn, Sigmund-Freud-Str. 25, 53105 Bonn. E-mail: wolfgang.hartmann@uni-bonn.de.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 90.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.sanst.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt
11.12.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Mit den Augen der Biene: Zoologe der Uni Graz entwickelt Verfahren zur Verbesserung dunkler Bilder
11.12.2017 | Karl-Franzens-Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit