Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensation - Titanenwurz geht erstmals im Botanischen Garten Berlin in Blüte

24.04.2009
Die größte Blume der Welt wird sich voraussichtlich Anfang Mai im Botanischen Garten Berlin-Dahlem erstmals öffnen: Die Titanenwurz (Amorphophallus titanum) hat eine Blütenstandsknospe ausgebildet. Die gigantische Blume des Titanenwurz ist eine der spektakulärsten Erscheinungen in der Pflanzenwelt und eine große Seltenheit.

Was wird während der Blütezeit zu sehen und zu riechen sein?


Titanenwurzknospe im Botanischen Garten Berlin am 22.04.2009. T. Freyer-Dohlus, BGBM

Das eigentliche Blütenspektakel dauert nur drei Tage: Die Pflanze ist ein Nachtblüher und im Laufe eines Nachmittags wird sich ein großes Hochblatt (Spatha) öffnen, welches den großen Kolben (Spadix), einem hochfliegenden Rock gleichend, umgibt. Die Titanenwurz gibt einen intensiven Aasgeruch ab. Am dritten Tag ist das Schauspiel vorüber: Der Blütenstand beginnt zu welken und knickt um.

Genaue Voraussage der Blütenöffnung
Die genaue Vorhersage, wann sich der Blütenstand entfaltet und die Blüten öffnen, ist sehr schwierig und meist erst am Morgen des Blühtages möglich. Täglich aktualisierte Informationen zur Titanenwurzblüte können unter www.botanischer-garten-berlin.de (in Kürze) abgerufen werden. Aktuell ist der Blütenstand bereits 1,06 m hoch (23.04.2009) und wächst täglich mehrere Zentimeter. Da die Titanenwurz in dieser Phase sehr empfindlich ist, bleibt es bis zur letzten Minute ungewiss, ob sich der Blütenstand wirklich öffnet. Es wird also für Botaniker, Gärtner und Besucher sehr spannend.
Übler Geruch nach Aas
Mittels Aasgeruch werden in der Natur Fliegen durch ein Täuschungsmanöver in den Blütenstand gelockt, die für ihre Eiablage einen verwesenden Tierkadaver suchen. Im Blütenstand des Titanenwurz finden die Fliegen keinen geeigneten Brutplatz - aber sie bestäuben bei ihrem Besuch die Blüten. Während der ersten Nacht öffnen sich die weiblichen Blüten, erst in der zweiten Nacht öffnen sich die männlichen Blüten und geben Pollen ab. Damit der Geruchslockstoff besonders gut verströmt, erhöht die Pflanze die Temperatur im Kolben gegenüber der Umgebung und der Blütenstand gleicht einer Geruchsfackel. Während der ersten Nacht ist der Geruch am intensivsten.
Riesenblume aus Indonesien
Die Titanenwurz, Amorphophallus titanum, ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Aronstabgewächse. Sie bildet eine unterirdische Knolle aus, die über 100 kg Gewicht erreichen kann. Erst nach mehreren Jahren kann aus der Knolle ein Blütenstand mit einer Größe von bis zu drei Metern hervorgehen. Nach dem Guinness Buch der Rekorde ist es die größte Blume der Welt (Rekord bei 2,94 Meter, Wilhelma Stuttgart 2005). Die Pflanze wurde in Sumatra (Indonesien) vom italienischen Botaniker Odoardo Beccari 1878 entdeckt. Sie ist in der Natur stark gefährdet.
Schwierige Kultur
Die Pflanze, die jetzt einen Blütenstand hervorbringt, stammt aus einer Nachzucht des Palmengartens Frankfurt von 2003 und geht auf eine am 11.5.1992 in Indonesien, Sumatra, in der Nähe von Padang gesammelte Wildherkunft zurück. Die Knolle wog am 9.7.2007 4,7 kg, wird aktuell aber vermutlich ein Vielfaches des Gewichts aufweisen. Die Kultur der Titanenwurz ist sehr schwierig und somit eine Blüte ausgesprochen bemerkenswert.
Was wird nach der Blütezeit zu sehen sein?
Die Pflanze entwickelt nur ein einziges großes Laubblatt, welches jedoch mehrere Meter Höhe erreichen kann und einem kleinen Baum ähnelt. Nach bis zu 24 Monaten wird das Blatt eingezogen und die Knolle macht eine Ruhepause, bevor sie erneut ein Laubblatt oder nach mehreren Jahren auch einen neuen Blütenstand austreibt. Sofern der Blütenstand unter Kulturbedingungen nicht bestäubt wurde, so lebt die Pflanze weiter. Werden jedoch nach künstlicher Bestäubung orangerote Beerenfrüchte ausgebildet (Reife erst nach ca. 8 Monaten), so sterben die Pflanzen danach häufig ab.
Blume und Blüte
Biologisch betrachtet handelt es sich beim Titanenwurz nicht um die größte Blüte der Welt sondern um die größte Blume der Welt. Die Blüten des Titanenwurz sind selber recht klein, doch sind mehrere hunderte männliche und weibliche Blüten sind in einem großen kolbenförmigen Blütenstand angeordnet. Dieser Blütenstand wird insgesamt als Blume bezeichnet.
Hinweis für Medien:
Bereits jetzt ist die Titanenwurz spektakulär und steht für Film- und Fotoaufnahmen bereit. Wir werden Sie umgehend informieren, sobald die Öffnung des Blütenstandes beginnt. Gerne stellen wir Ihnen Bildmaterial zur Verfügung.
Titanenwurz im Botanischen Garten Berlin-Dahlem
Eingänge:Königin-Luise-Platz (Bus 101, X83) und Unter den Eichen (Bus M48)
Standort: Gewächshausanlage, Begoniengewächshaus
Geöffnet:
April: täglich von 9 bis 20 Uhr (letzter Einlass 19.30 Uhr)
Mai: täglich von 9 bis 21 Uhr (letzter Einlass 20.30 Uhr)
Eintritt: Erwachsene 5 €, ermäßigt 2,50 €,
Kinder bis 6 Jahren haben Eintritt frei,
Eintritt inkl. Besuch im Botanischen Museum
Kontakt zum Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem:
Gesche Hohlstein, Dipl. Biologin / Pressesprecherin, Tel. +49(0)30 838 50134, Fax: +49(0)30 838 50218, E-Mail: g.hohlstein@bgbm.org

Gesche Hohlstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.botanischer-garten-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa
27.02.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Neurobiologie - Vorausschauend teilen
27.02.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik