Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwänzeltanz: Australische Studie zeigt erstaunliche Fähigkeiten des Bienengehirns

20.01.2010
Eine neue australische Studie hat gezeigt, dass das Bienengehirn in der Lage ist, den Energieverbrauch beim Pollensammeln einzuschätzen.

"Um Honig herstellen zu können, müssen Bienen mehr Blumennektar sammeln, als sie Energie für das Sammeln benötigen", erläutert der Autor der Studie Dr. Andrew Barron von der Macquarie University.

"Um also effizient Futter zu suchen, müssen sie wissen, wie viel Energie ein Ausflug zur Futtersuche verbraucht." Während ihres Fluges erfassen Bienen optisch die Distanz die sie zurück legen, indem sie die vorbeiziehende Umgebung beobachten. Für seine Studie versuchte Dr. Barron zu erforschen, ob Bienen diese visuellen Informationen auch dazu verwenden, den Energieaufwand für den Flug abzuschätzen.

Zunächst baute Barron zwei unterschiedlich lange Tunnel - zehn und zwanzig Meter lang - an deren Ende er jeweils einen Futtertrog platzierte, um die Bienen anzulocken. Danach schuf er eine optische Täuschung, um die Bienen glauben zu lassen, dass der dichter gelegene Futtertrog am weitesten entfernt sei. "Wenn Bienen von ihrem Sammelflug zurück kehren, teilen sie den anderen Bienen durch einen so genannten Schwänzeltanz mit, wo sie gewesen sind und wie gut der Nektar war", so Barron. Der Schwänzeltanz, den die Bienen im Rahmen der Studie aufführten, zeigt, dass sie sich von der Illusion haben täuschen lassen. Die Bienen glaubten, dass der Futtertrog am Ende des zehn Meter Tunnels am weitesten entfernt war. Dennoch konnten die Bienen scheinbar weitergeben, dass sie weniger Energie verbrauchten, um zu diesem Trog zu fliegen -- denn sie bevorzugten dennoch diesen Trog und empfahlen den anderen Bienen, diesen auch zu nutzen.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass Bienen nicht die Entfernung nutzen, um ihre Flugkosten zu schätzen, wirft aber gleichzeitig die Frage auf, wie sie das anstellen. "Das Bienengehirn ist sehr einfach aufgebaut, dennoch scheint es über einen eingebauten Kalorienzähler oder eine Stoppuhr zu verfügen", meint Barron. "Unsere Studie hat gezeigt, dass die Bienen die zurückgelegte Flugdistanz und die Effizienz bei der Futtersuche getrennt berechnen und beide unabhängig voneinander über verschiedene Elemente ihrer Tanzsprache vermitteln können."

Das Ziel weiterer Untersuchungen soll nun sein, herauszuarbeiten, wie das Bienengehirn diese komplexen Berechnungen anstellt.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung
26.04.2017 | Universität Ulm

nachricht Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt
26.04.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie